Heilmeyer, Ludwig (1899-1969), Internist, Hämatologe

Category: Kurzbiografien Published: Friday, 12 June 2015 Written by Alexander

Heilmeyer, Ludwig Siegfried, Internist, Hämatologe

*6.03.1899 München. Katholisch. + 6.09.1969 Desenzano di Garda, Italien

V Alexander H. (1872-1940), Bildhauer u. Kunstschriftsteller

M Babette, geb. Hötzel (-1946)

G Keine

1: 1928, Jena (?) Emma Rudolph (+1946)

∞ 2: 27.05.1947, Freiburg, Ingeborg von Mutius

K 6: Alexander (*1930), Unternehmer; Renate (*1932), Schauspielerin; Ludwig (Lutz) (*1937), Biochemiker, Dr.; Peter (*1950); Barbara (*1952); Sabine (*1957)

1905 - 1917                            Schulbildung: 1905-1909 Grundschule, 1909-1917 das humanistische Maximilians-Gymnasium in München; Notabiturzeugnis

1917 VI -1919 III                     Kasernenkriegsdienst

1919 IV -1923 XII                   Medizinstudium an d. Univ. München; Physikum Juli1921, Staatsexamen Dezember 1923

1924 I – 1926 IX                     Medizinalassistent, ab 1925 Volontärassistent, ab 1926 wissenschaftlicher Assistent an d. I. Medizinischen Universitätsklinik München

1924 XII                                  Approbation als Arzt u. Promotion summa cum laude zum Dr. med.; Diss.: „D. physiologische Wirkungsbereich d. Digitalis“; Diplom vom 18.02.1925

1926 X -1941 VI?                   Assistent an d. Medizinischen Universitätsklinik Jena

1928 VII                                  Habilitation mit d. Schrift „Harnfarbe in ihrer physiologischen u. pathologischen Bedeutung“; Antrittsvorlesung „Das Blut als Farbstoffspender“

1937 VI                                   Ernennung zum nichtbeamteten a. o. Professor

1941 VI? – 1944 XII               Kriegsdienst als Leiter d. Inneren Abteilung des Lazaretts in Halle, ab 1943 als beratender Internist d. Luftwaffe in Ukraine

1945 I -1946 IV                       o. Professor für Pharmakologie, Toxikologie u. pathologische Physiologie an d. Medizinischen Akademie Düsseldorf; gleichzeitig Leiter d. inneren Abteilung (Chefarzt d. Medizinischen Klinik) des Krankenhauses Wuppertal-Barmen

1946 V – 1967 IV                   o. Professor für Innere Medizin u. Direktor d. Medizinischen Universitätsklinik Freiburg

1948/1949                              Dekan

1964 III                                   Vorsitzender des Gründungsausschusses d. Medizinischen Hochschule in Ulm

1967 IX                                   Honorarprofessor d. Univ. Freiburg

1967 II                                    Gründungsrektor d. Universität Ulm

Ehrungen: Ehrenmitglied (Dr. h. c.) d. chilenischen Ges. für Bluttransfusion u. Hämatologie (1952); Ehrenmitglied (Dr. h. c) d. Medizinischen Fakultät d. Univ. Athen (1955); Mitglied d. Deutschen Akademie d. Naturforscher Leopoldina, Halle (1956); Ehrenmitglied d. Intern. Society for Research on the Coagulation of Blood (1958); Robert-Koch-Preis (1960); Dr. med. h. c. d. Univ. Louvain (Löwen), Belgien (1961); Ehrenpräsidentschaft d. Deutschen Gesellschaft für Hämatologie (1964); Postum: L.-H.-Gedächtnisvorlesung – alle zwei Jahre an d. Universität Ulm (seit 1969).

Erstaunlicherweise gibt es bis heute keine wissenschaftliche Biographie über H., der

eine markante und bedeutende Figur in der Geschichte der Medizin Deutschlands darstellt, besonders als Schöpfer der modernen Hämatologie und Pionier der Immunopathologie. Er war ein großartiger Kliniker, der es verstand, seine Forschungsergebnisse möglichst rasch in die praktische Anwendung umzusetzen. Als Lehrer schuf er die „H.sche Schule“, die im In- und Ausland große Anerkennung fand. Zugleich war er ein hervorragender Organisator der Medizin. Er besaß und pflegte auch künstlerische Neigungen, die er von seinem Vater, dem Bildhauer und Kunstschriftsteller Alexander H. geerbt hatte. Wichtige medizinisch-wissenschaftliche Eindrücke hatte ihm der Großvater eingeprägt: Er hatte H. „zum ersten Mal einen gefärbten Blutstropfen unter dem Mikroskop mit seinen weißen und roten Blutkörperchen gezeigt, ein erster Kinderheitseindruck, das ich niemals vergessen habe“ (1971, 10).

Seine Schulzeit verbrachte H. in München. Mit sechs Jahren besuchte er in eine Grundschule und nach vier Jahren das humanistische Maximilians-Gymnasium. An seine Schulzeit erinnerte sich H. ohne Begeisterung. Sein Gymnasium entließ ihn in der Unterprima und händigte ihm ein Notreifezeugnis im Frühjahr 1917 ohne Prüfungen. „Ich habe das Fehlen von 11/2Schuljahren in meinem Leben niemals empfunden“ (1971, 23).

Bald darauf musste H. zunächst eine halbjährige Rekrutenzeit und weiter eine Reserveoffiziersausbildung ableisten und wurde zum Gefreiten befördert. Anschließend folgte ein Kasernendienst, gelegentlich durch die Aufgaben eines Transportbegleiters unterbrochen. Nach Kriegsende kehrte H. nach München zurück und wurde im Frühjahr aus dem Heeresdienst entlassen.    

Bereits ab Dezember 1918 durfte H. abends Vorlesungen an der Universität besuchen. Er hörte Sommerfelds Kollege über Atombau und über die Relativitätstheorie. Allerdings konnte er sein Studium erst ab SS 1919 beginnen. Er schwankte zwischen Kunstgeschichte und Medizin. „Das Erbe des Großvaters, die Eindrücke des Krieges, die Krisenfestigkeit des Arztberufes, mein Interesse für Naturwissenschaften und für die große menschliche Aufgabe des Arztes und nicht zuletzt die Entscheidung meines Kriegskameraden Hellerer, für den als Arztsohn kein anderer Beruf in Frage kam, senkten die Waage der Entscheidung zugunsten der Medizin“ (1971, 28).

In den vorklinischen Semestern waren für H. von besonderem Interesse die physikalischen und chemischen Kurse. Am Lebensende schrieb er: „Durch diese Vorlesungen bei Röntgen und Willstätter gewann ich einen großen Überblick über das gesamte Gebiet der Physik und Chemie. Ich begann die Prinzipien zu begreifen und lernte wissenschaftlich zu denken. Ich habe davon für mein ganzes Leben großen Gewinn gehabt und gedenke dieser wahrhaft großen Meister ihres Faches in Dankbarkeit“ (1971, 29).

Über die Studentenzeit H.‘s gibt es ein interessantes Zeugnis: Der Nobelpreisträger Hans Krebs (1900-1981), der 1921-1923 gleichzeitig mit H. in München die klinischen Semester ableistete, erinnerte sich: „Schon damals spielte L. H. eine besondere Rolle im Studentenleben der Universität… er war damals einer der führenden Herren – damals waren es im Wesentlichen Herren – in den Studentenausschüssen. Es kannte ihn jeder“ (10 Jahre, 1977, 37).

In den klinischen Semestern waren die akademischen Lehrer H.s insbesondere die hervorragenden Internisten Ernst von Romberg (1865-1933) und Friedrich von Müller (1858-1941), sowie der Chirurg Ferdinand Sauerbruch (1875-1951).

Nach insgesamt zehn Semestern bestand H. das Staatsexamen. Schon ein Jahr zuvor hatte er sich um eine Doktorarbeit gekümmert. Auf die Empfehlung eines Freundes von H.s Vater hin

nahm ihn der Oberarzt Rombergs, Professor Wolfgang Veil (1884-1946), als Doktoranden. Veil, „eine Arztpersönlichkeit von ungewöhnlichem Ausmaß“ (1951, Tradition…, 21), arbeitete auf dem Gebiet des Wasser- und Salzhaushalts. Er vermutete, dass die wichtigste Herzdroge, Digitalis, auch in diesem Haushalt wirken müsse. H.s Aufgabe wurde es also, die extrakardiale Wirkung von Digitalis zu erforschen.

Nach zwei Jahren harter Arbeit, teilweise mit Experimenten an sich selbst, konnte H. zeigen, dass Digitalis den Kochsalzstoffwechsel und das Säure-Basen-Gleichgewicht beeinflusst.

Die wichtige Lehre war: „Eine schwierige experimentelle Arbeit ist keineswegs nur eine Frage der Intelligenz, sondern mehr noch eine Frage des Charakters. Sie erfordert ein großes Durchhaltevermögen“ (1971, 36).

Gleichzeitig mit der Doktorarbeit leistete H. eine einjährige Medizinalpraktikantenzeit an der Rombergschen Klinik ab. Dabei erfuhr er zum ersten Mal, wie entscheidend die Wechselwirkung zwischen Arzt und Kranken ist, welche Bedeutung die Suggestion in der Medizin hat. „So begegnete ich schon in jungen Jahren den großen Problemen leiblich-seelischer Wechselwirkungen, deren Verständnis für unseres ärztliches Tun so außerordentlich wichtig ist“ (1971, 38). Es ist kein Zufall, dass H., als er Lehrstuhlinhaber wurde, bereits 1946/47 Psychosomatik in den Unterricht der Inneren Medizin einführte.     

1926 erhielt Veil einen Ruf nach Jena als Ordinarius für Innere Medizin und Direktor der medizinischen Universitätsklinik. Er nahm H. und die beiden anderen Assistenten mit. Die Jenaer Klinik verfügte über ein Laboratorium, wo es bessere Arbeitsmöglichkeiten als in München gab. Veil, der bei jedem Kranken auch dessen Urin anzusehen pflegte und nach ihrer Farbe die Pathologien beurteilte, wies H. darauf hin, dass man Farbmessungen durchführen können sollte. Dies wurde zum Gegenstand intensiver Forschungen H.s, der zuerst die passenden Methoden finden und ausarbeiten musste.

H. gelang es, enge Beziehungen zu den Zeiss-Werken in Jena zu knüpfen. Er erhielt dort ein Pulfrich-Photometer, dessen Einführung in das klinische Labor methodisch entscheidend war; danach beschaffte sich H. dank der „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaft“ noch ein großes Spektrophotometer, mit dem er vier Farbstoffe des Harns identifizieren konnte. Nun konnte H. systematische Messungen der Harnfarbstoffen durchführen und wichtige Ergebnisse über die physiologische und pathologische Bedeutung der Harnfarbe sammeln. Ende 1927 legte er diese Arbeit der Fakultät als Habilitationsschrift vor.  

Die beiden Referenten, der Physiologieprofessor Emil von Skramlik (1886-1970) und Veil beurteilten H.s Schrift sehr positiv. Außer den methodischen Fortschritten wurden besonders die Ergebnisse hervorgehoben, die aufgrund von Harnfarbemessungen Leberschädigungen und Blutkrankheiten (Anämien und hämolytischer Ikterus) zu erkennen ermöglichten. Veil betonte abschließend „die Weitsichtigkeit der Arbeit“ und „den Umfang der neuen Möglichkeiten, die sich aus ihr ergeben“ und fügte hinzu: „Die präzise Bearbeitung aller Einzelheiten, die gute Gliederung des Stoffes und endlich der staunenswerte Fleiß, der aus der Fülle des in kurzer Zeit (1 Jahr) zusammengetragenen Materials erkennbar ist, stellt eine Garantie dafür dar, dass hier auch ein besonders gutes Lehrtalent vorliegt“ (UA Jena: Bestand L, Nr. 385, Bl. 318v).

Als Privatdozent las H. über klinische Chemie und Mikroskopie und besonders über „Pathologische Physiologie“, woraus später ein erfolgreiches Lehrbuch entstand.  

Mit seiner Habilitationsschrift beginnend publizierte H. 1927-1932, teilweise allein, teilweise mit seinen Doktoranden 13 Mitteilungen unter dem allgemeinen Titel „Klinische Farbmessungen“. Diese Arbeiten wurden insbesondere den Harnfarbstoffen gewidmet, die aus Blutkrankheiten resultieren, sowie direkt den Farbstoffen des Blutes. Diese Ergebnisse und ihre methodischen Grundlagen fanden ihren Niederschlag in der seinen Eltern gewidmeten Monographie „Medizinische Spektrophotometrie“ (1933). Bezeichnend ist, dass die in der chemischen Literatur Rezension positiv war, weil „das Werk auch dem Chemiker, besonders der physiologisch-chemischen Fachrichtung, wertvolle Hinweise und Anregungen geben [wird]“ (Angewandte Chemie 47, 1934, 349) „Der Erfolg dieser Arbeit war durchschlagend“, erinnerte sich H. nicht ohne Stolz (1971, 44): Allmählich wurden seine Methoden der Konzentrationsmessungen wichtiger Stoffe in Körperflüssigkeiten durch alle klinischen Laboratorien übernommen.

Die intensiven fruchtbaren Arbeiten liefen ungestört bis 1934. Binnen eines Jahres nach der Machtergreifung geraten H.s Chef Veil und H. selbst in Kontroversen mit den neuen Machthabern. Sie traten dem „Stahlhelm“ bei, damals noch Widerpart der NS-Organisationen, besonders in Jena, und drückten damit ihre Ablehnung der SA aus. Bei der Auflösung des „Stahlhelms“ wurden dessen Mitglieder meist automatisch in die SA übernommen – nicht aber Veil und H., wegen ihrer politischen Unzuverlässigkeit. Während H. im November 1933 zum ersten Führer der aufzubauenden Jenaer Dozentenschaft bestimmt worden war, wurde er im März 1934 von diesem Posten entlassen. Auch der Antrag Veils (Februar 1934), H. zum a. o. Professor zu ernennen, wurde durch das Thüringer Volksbildungsministerium „wegen politischer Bedenken vorerst zurückgestellt“ (Zimmermann, 2000, 87).

„In meiner Situation gab es noch eine Rettungsmöglichkeit“ (1971, 50): H. meldete sich als Arzt bei der Luftwaffe. 1936 leistete er seine erste Übung als Unterarzt ab. Anschließend wurde er zum Reserveoffizier im Rang eines Assistenzarztes befördert. Damit wurde er „Offizier der Wehrmacht und genoss einen gewissen Schutz“ (ebd.). Tatsächlich erfolgte nun – mit dreijährigen Verzögerung – die Erteilung eines Professorentitels, weil, so der damalige Dozentenführer, „H. seine Person jeder gefestigten Regierung zur Verfügung stellt und deshalb z. Zt. keine potentielle Gefahr bedeutet“ (Zimmermann, 2007, 87). Mitte 1938 versuchte H., vermutlich in der Hoffnung, auf einen Lehrstuhl als Ordinarius berufen zu werden, in die NSDAP einzutreten. Der Jenaer NS-Dozentenbund teilte aber dem Gauleiter mit, dass H. „nicht in die Partei aufgenommen werden soll“ (ebd.). Die gescheiterten Rufe nach Erlangen (1938) und später nach Wien (1942) – man musste H. aus den Berufungslisten wegstreichen – bestätigten: „Ich war ein schwarzes Schaf, das man nicht mehr weißwaschen konnte“ (1971, 62).

Trotz dieser ungünstigen äußeren Umstände arbeitete H. wissenschaftlich und literarisch sehr produktiv.

Die methodischen Fortschritte eröffneten für H. weitere Forschungsgebiete, ausgehend von Harn auch andere Körperflüssigkeiten. Die durch optische Harnstoffbestimmungen erkennbaren Erkrankungen des Blutes, bei denen ein gesteigerter Abbau der roten Blutkörperchen vorlag, gehören zur Hämatologie, die nun das Hauptarbeitsgebiet für H. wurde.    

Vom Blutzerfall aus begann H. um 1935 sich mit Eisenstoffwechsel im Organismus zu befassen, denn das Blut enthält mehr als die Hälfte des gesamten Eisenbestandes des Körpers. H. hoffte, damit die Entstehung von Anämien besser erklären zu können. Auch hier war ein methodischer Durchbruch die Voraussetzung für die Forschung: H. entwickelte eine Methode und mit Hilfe der Firma Zeiss die Apparatur für quantitative photometrische Bestimmung des Eisens im Blutplasma, in Zellen und Organen. Sie ermöglichte 0,00005 mg Eisen noch exakt nachzuweisen – damals eine Rekordzahl.           

Das erste Ergebnis der Bluteisenbestimmungen war der Beweis, dass viele Fälle von Blutarmut, insbesondere die damals nicht erklärte “Bleichsucht der jungen Mädchen“ durch Eisenmangel bedingt sind und mit Eisen erfolgreich behandelt werden konnten. Weitere Untersuchungen zeigten, dass es auch Anämien gibt, bei denen die Eisentherapie nicht wirkt. Es handelte sich um zwei verschiedene Eisenstoffwechselstörungen. Die eine wird enzymatisch hervorgerufen, die andere durch angeborenes Fehlen eines Proteins (Transferrin) im Blutplasma, das normalerweise Eisen bindet und es zu den Organen des Eisenbedarfs transportiert. Es wurden also neue Krankheitsbilder entdeckt. Später fasste H. seine Ergebnisse in einer Monographie zusammen, wobei er betonte, dass man „sich ganz besonders mit den normalen und pathologischen Verhältnissen des Eisenstoffwechsels befassen [muss], aus deren Kenntnis heraus erst eine erfolgreiche Eisentherapie betrieben werden kann“ (1943, 2). Die Entdeckung des Eisenmangels als Ursache von Anämien ist der erste große Beitrag H.s zur Hämatologie. Parallel zu eigenen Forschungen verfasste H. in vierjähriger Arbeit ein fundamentales Werk „Blutkrankheiten“, das 1942 als Band des „Handbuchs der Inneren Medizin“ erschien. H. widmete es „Meinem Lehrer Wolfgang Heinrich Veil in Dankbarkeit“.

Angetrieben durch seinen Arbeitsdrang, gemischt mit Ehrgeiz, versäumte H. keine Möglichkeit, seine Arbeiten der Fachwelt bekannt zu machen und mit der einen oder anderen Mitteilung bei verschiedenen ärztlichen Tagungen, Konferenzen und Versammlungen aufzutreten. Dasselbe trifft auf seine intensive literarische Tätigkeit zu: H. pflegte seine Ergebnisse in mehreren Versionen zu publizieren, um sie möglichst weit zu propagieren. Gleichzeitig, mit gutem Verständnis für jeweils aktuelle Bedürfnisse von Ärzten, gab er mit Hilfe vieler Kollegen, die er zur Sache beizuziehen wusste, mehrere erfolgreiche Bücher heraus: Als erste das „Lehrbuch d. speziellen Pathologischen Physiologie (1935, 111968) und das „Rezepttaschenbuch (1937, 101956, 151986 als „H.s Rezepttaschenbuch“).

Mit Kriegsausbruch wurde H. durch Veil zunächst UK gestellt, 1941 dennoch einberufen und als Leiter der inneren Abteilung des Luftwaffenlazaretts Halle-Döhlau eingesetzt. 1943 kam H. als beratender Internist der Luftwaffe in die Ukraine. Er hatte seinen Sitz in Rowno und fast täglich besuchte er verschiedene Lazarette mit einem Sanitätsflugzeug. 1944 wurde H. als Leiter der Inneren Abteilung der Universitätskliniken Krakau abkommandiert, hatte aber gleichzeitig bis zum Ende 1944 als beratender Internist zu wirken. Im Januar 1945 verließ H. Krakau zusammen mit seiner Familie und seinen Kranken und kam letztendlich nach Jena, wo er das Kriegsende erlebte. Da er einen Ruf als Ordinarius für Innere Medizin nach Düsseldorf hatte, zog die Familie ohne Hab und Gut dorthin in dem Tag, als die Amerikaner Jena den Russen überließen.

In Düsseldorf zeigte sich allerdings, dass der Lehrstuhl für Innere Medizin bereits wieder durch dessen ehemaligen aus der Emigration zurückgekehrten Inhaber besetzt war. Die Fakultät bot H. den Lehrstuhl für Pharmakologie an, der für ihn umbenannt wurde: H. wurde zum Professor für Pharmakologie, Toxikologie und Pathologische Physiologie. Er selbst las über Pathologische Physiologie, pharmakologische Vorlesungen ließ er andere halten. Die Amtsgeschäfte führte H. „bravourös“ (Löhr, 1969, H.24, 9). Gleichzeitig leitete er auch innere Abteilung des Krankenhauses Wuppertal-Barmen.

Diese Neuanfänge waren erfolgreich, H. folgte aber „dem Ruf seines Lebens“ (ebd.) nach Freiburg als Ordinarius für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Universitätsklinik. Nun hatte H. den ersehnten Posten und war in seinem Element: Es war Freiburg, wo „das Phänomen H.“ (Stich, 1964, 160) sich vollständig entwickelte, wo er 21 Jahre lang wirkte.

Von Anfang an trug H. sehr viel zum mühseligen Wiederaufbau der Medizinischen Klinik und zur Überwindung der Nachkriegsnot bei. Er nutzte alle seine Beziehungen, u. a. zur französischen Besatzungsmacht, deren Vertreter oft seine Patienten waren, um Bauarbeiten zu ermöglichen. Im Juni 1950 wurde die wiederherstellte Medizinische Universitätsklinik feierlich eröffnet. H. hielt dabei eine glänzende Rede, die er mit folgenden Worten abschloss: „Es ist die Synthese wissenschaftliches Denkens und menschlichen Fühlens, die unserer Arbeit das Gepräge gibt. Dieses heilige Feuer zu hüten und an die Kommenden weiter zugeben, ist der Sinn unserer Aufgabe“ (1951, Tradition…, 35).

In diesem Sinn baute H. seine Klinik auf. Er kümmerte sich um alle Gebiete der Inneren Medizin, so dass die Klinik zuletzt 18 Abteilungen zählte. Außer den traditionell „üblichen“ gehören zu ihnen insbesondere Abteilungen der Nuklearmedizin, der Immunohämatologie, der klinischen Psychotherapie und psychosomatischen Medizin, der Klinischen Ernährungslehre, sowie Laboratorien für klinische Mikrobiologie. Die Einrichtung dieser Abteilungen setzte H. trotz vieler Einwendungen durch, und die Zeit bestätigte, dass er Recht hatte. H. wusste, wissenschaftsbegeisterte Mitarbeiter um sich zu scharen, wobei er ihnen genügend Spielraum für die Durchführung eigener Forschungsaufgaben gewährte. „Auf diese Weise entfaltete sich in der wiederaufgebauten Klinik eine außergewöhnlich rege Forschungstätigkeit auf allen Gebieten der Inneren Medizin“ (Keiderling, 1964, 7). Aus seiner Klinik kamen über tausend Publikationen. Dabei ließ H. keine Trennung der Bettstationen auf Abteilungen zu und damit sicherte er eine ganzheitliche Schau auf die Kranken und sinnvolle Zusammenarbeit von Vertretern der Spezialdisziplinen.

Jahr für Jahr las H. fünf Stunden pro Woche über „Medizinische Klinik“, Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren aber klinische, sowie laborexperimentelle Forschungen zusammen mit zahlreichen Mitarbeitern und Doktoranden.

Er setzte seine Arbeiten über Eisenstoffwechsel fort, wobei er in Versuchen mit radioaktivem Eisen seine Jenaer Befunde bestätigen konnte. „Die Eisenmangelanämien und ihre Verwandten“ (1971, 204) blieben sein Hauptgebiet, wobei mehrere neue Krankheitsbilder von eisenresistenten Anämien entdeckt wurden.

Bei der Behandlung von Leukämien wurde zum ersten Mal eine Chemotherapie mit Urethan erfolgreich eingeführt. Vom Standpunkt der Naturwissenschaft war dabei die Einführung des allgemeinen Begriffs „Zytostatika“ von Bedeutung, um die Klasse von Stoffen, die die Zellenteilung hemmen, einzugrenzen. Heute ist es der Begriff einer weltweiten Medizin.

Eine andere wichtige Richtung, die in der Nachkriegszeit große Bedeutung erhielt, war die Chemotherapie der Tuberkulose. Diese Arbeiten wurden im Kontakt mit einer Reihe pharmakologischer Firmen, wie Bayer, Elberfeld, La Roche, Basel, durchgeführt. Sie wurden durch den eben eingerichteten Robert-Koch-Preis ausgezeichnet (1960), so dass H. zu den ersten Preisträgern gehört. Später schrieb er: „Die Verleihung der Robert-Koch- Medaille mag als äußeres Zeichen der Anerkennung nicht meiner Person, sondern aller meiner an diesem Teamwork beteiligten Mitarbeiter gelten (1971, 59). Danach folgten Arbeiten über Chemotherapie anderer Infektionskrankheiten. Ein allgemeineres Ergebnis dieser Forschungen war das Werk „Antibiotika-Fibel“, das auch in Italienisch und Spanisch übersetzt wurde.  

Nach wie vor nahm H. an verschiedenen ärztlichen Versammlungen teil, immer öfter als Vorsitzender oder Diskussionsleiter. Besonders wichtig war die Gründung der „Gesellschaft Deutscher Hämatologen“ im Mai 1948 in Bad Pyrmont, die nominell ganz Deutschland meinte. Dabei verdrängte H. eigenmächtig und nicht ohne Eklat den Präsidenten der 1937 gegründeten „Deutschen Hämatologischen Gesellschaft“, den Rostocker Professor Viktor Schilling (1883-1960). Später, als Deutschland wegen des Mauerbaus endgültig getrennt wurde, drängte H. als Vorsitzender der Gesellschaft die Neuformulierung der Satzung. Nach Vorarbeiten gründete sich bei der 10. Jahrestagung der Hämatologen im Oktober 1964 „Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie“, deren Sitz Freiburg wurde, mit H. als Ehrenpräsidenten.

Seine Klinik diente H. auch als Basis für die „Freiburger Symposien“ über aktuelle Probleme der Inneren Medizin, die er ab 1952 organisierte und deren Berichte er herausgab, etwa über Funktionsdiagnostik des Herzens, über den Kreislauf, über Ernährungswissenschaft und Geriatrie. Natürlich leitete H. viele Versammlungen auch außerhalb Freiburgs.

Als eine seiner Aufgaben sah H. die Aufnahme internationaler Beziehungen, um den Rückstand deutscher Medizin aufzuholen. Zunächst war dies „nur unter der Schutzgöttin der Wissenschaft möglich“ (1971, 103). Bereits 1946 hielt H. in Aarau seinen ersten ausländischen Vortrag vor der Gründungsversammlung der Schweizer Hämatologengesellschaft. Später machte H. viele Vortragsreisen zuerst in Europa, dann in anderen Teilen der Welt: 1952 nach Argentinien und Chile, 1954 in die Türkei und nach Griechenland, 1955 nach Indien und Japan, 1956 nach USA und Mexiko. Dank seiner persönlichen ausländischen Kontakte gelang es H., den 5. Europäischen Hämatologenkongress nach Freiburg zu holen. Dieser fand im September 1955 statt und bildete einen Höhepunkt in der Aktivierung der Freiburger Medizinischen Universitätsklinik. Überhaupt trugen die bahnbrechenden Forschungen H.s, aber auch seine Reisen wesentlich dazu bei, dass die deutsche Medizin durch das Ausland wieder wahrgenommen wurde.    

Weltweites Ansehen brachten ihm prominente Patienten, so 1958 der saudiarabischen König Saud (UA Freiburg B 53/580). H. benutzte solche Gelegenheiten, um die Bedeutung deutscher Medizin hervorzuheben.

In seiner Umgebung galt H. als „König Ludwig“: Er war „unangefochtener Souverän seiner Klinik, seines hämatologischen Fachgebietes. Dieses ‚Königtum‘ war vielleicht nicht für jeden leicht zu ertragen, dennoch beinhaltete es viele großartige positive Seiten! So war er tolerant, begründeten wissenschaftlichen Gegenmeinungen aufgeschlossen, humorvoll mit homerischem Gelächter, großzügig zu seinen Mitarbeitern, denen er a priori viel Vertrauen und Selbständigkeit schenkte“ (Löhr, 1969, H. 24, 10). Und noch ein Zeugnis dazu: „Der Ausstrahlung seiner Persönlichkeit konnte sich niemand entziehen. Wo auch immer L. H. in Erscheinung trat, stand er im Mittelpunkt“ (Stich, 1970, 516).

Noch vor seiner Emeritierung, 1964, gewann das Kultusministerium H. für die Planung einer neuen medizinischen Akademie in Ulm, zu deren Gründungsrektor er bestimmt wurde. H. erarbeitete „das Ulmer Modell“ einer naturwissenschaftlich-medizinischen Universität „unter einem Dach“, um ein Gegengewicht zur Spezialisierung zu schaffen. Das wurde akzeptiert. Gleichzeitig kam H. auf eine außergewöhnliche Idee, die im Verfallen begriffene „Reisensburg“ bei Günzburg als Institut für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit und auch als Institut der Ulmer Universität wiederherzustellen. Um die notwendigen 4,5 Millionen DM zu sammeln, gründete H. Anfang 1966 einen gemeinnützigen Verein, der privates Geld, insbesondere von pharmakologischen Firmen einsammelte. So gelang es ihm auch dieses Projekt durchzusetzen, das erst 2003 vollständig realisiert wurde.

1968 wurde H. zum Präsidenten des 14. Kongresses der Internationalen Gesellschaft für Hämatologie in München, August 1970, gewählt und er bereitete diesen Kongress sorgfältig vor. Ihn zu leiten war H. nicht mehr vergönnt: Das Leben dieses markanten Menschen wurde ganz unerwartet im Urlaub durch einen Herzinfarkt mit anschließendes Spontanpneumothorax abgebrochen. Seine inhaltsreichen Lebenserinnerungen gab seine Witwe heraus.

Das Werk H.s ist vielseitig, was sich teilweise in seinem großen literarischen Erbe widerspiegelt

Obwohl ein mehr oder weniger vollständiges Verzeichnis von Publikationen H.s fehlt, ist ihre Zahl, einschließlich 11 Bücher, auf etwa 200 zu schätzen, wenn seine zahlreiche Buchbesprechungen, Auftritte bei Diskussionen und Referate seiner zahllösen Vorträge nicht mitgezählt werden. Dazu kommt auch die vielfältige Tätigkeit H.s als Herausgeber und/oder Mitherausgeber eines Dutzends von Zeitschriften sowie eines weiteren von Sammelwerken, von denen das fünfbändiges „Handbuch der gesamten Hämatologie“ das Denkmal für den Begründer der quantitativ-chemischen Hämatologie wurde.

Auch das „Wissenschaftszentrum Schloss Reisensburg“ erinnert an den großartigen Arzt, Forscher, Lehrer und Organisator H..

Q UA Jena: Bestand L, Nr. 385, Habilitation H. ; Bestand I, Nr. 1, Bd. 2, Bl. 740, Kurzbiographie H.; UA Freiburg: B 17/153, Akademische Quästur H.; B 24/ 1264, B 24/ 1265, Personalakte H.; B 53/580, B 31/1759, Personalangelegenheiten H.;

W (mit W. H. Veil) Die extrakardiale Digitaliswirkung, in: Deutsches Archiv für klinische Medizin 147, 1925, 22-81; Klinische Beiträge zur Physiologie u. Pathologie d. Magensekretion, ebd., 148, 1925, 273-312; Die Salzsäuresekretion des Magens u, ihre Beziehungen zum Gesamtorganismus, in: Klinische Wochenschrift 5, 1926, 2122-2125;

Die Natrium-Chlor-Regulation, in: Deutsches Archiv für klinische Medizin 156, 1927, 200-225;

(mit A. Sturm) Über die Jodausscheidung durch die Magendrüsen, in: Klinische Wochenschrift 7, 1928, 2381-2383; Das Blut als Farbstoffspender, in: Münchener medizinische Wochenschrift 75, 1928, 2092-2095; Die Harnfarbe in ihrer physiologischen u. klinischen Bedeutung, in: Zs. für die gesamte experimentelle Medizin 58, 1928, 532-555; (mit B. Wappler) Die normale Serumfarbe, ebd., 63, 1928, 630-642; (mit G. Will) Die spektrophotometrischen Grundlagen d. Harnfarbmessung mit dem Pulfrichschen Stufenphotometer. Spektrophotometrische Harnfarbanalysen bei Normalen, sowie bei Leberschädigung u. gesteigerter Hämolyse, ebd., 67, 1929, 111-146; Die Harnstoffausscheidung beim Morbus Basedow, sowie im Thyroxinversuch, zugleich ein Beitrag zur Frage d. Beziehungen zwischen Stoffwechsel u. Harnfarbe, ebd., 72, 1930, 545-560; (mit W. Otto) Die Analyse des Harnrestfarbstoffs, ein Beitrag zur Klärung d. Urochromfrage, ebd., 74, 1930, 490-513; Die spektrophotometrische Bestimmung des Urolibins u. Urobilinogens mit besonderer Berücksichtigung d. Terwenschen Methode, zugleich eine Kritik d. quantitativen Urolibinbestimmung überhaupt, ebd. 76, 1931, 220-235; (mit W. Otto) D. Einfluß von Phenylhydrazingaben u. Aderlässen auf Blutfarbstoffwechsel mit besonderer Berücksichtigung d. Harnfarbstoffausscheidung, ebd., 77, 1931, 144-172; (mit R. Ginzberg) Über die Zentralnervöse Regulation des Blutes, in: Archiv für Psychiatrie u. Nervenkrankheiten 97, 1932, 719-781; Medizinische Spektrophotometrie, 1933;

(mit H. Rudert) Spektrophotometrische Studien über Urobilin, in: Biochemische Zs. 261, 1933, 336-352; (Hg. u. Mitverfasser) Lehrbuch d. speziellen Pathologischen Physiologie, 1935, 21938, 31940, 41942, 51944, 6,71945, 81951, 91955, 101960, 111968; (mit L. Albus) Die hämolytische Hypersplenie. Beitrag zur Frage des erworbenen hämolytischen Ikterus, in: Deutsches Archiv für klinische Medizin 178, 1936, 89-102; (mit A. Sundermann) Gasbindungsvermögen, Eisengehalt u. spektrophotometrische Konstanten von reinem, durch Elektrodialyse gewonnenen Hämoglobin, sowie von Vollblut als Grundlagen zur Eichung von Hämometern, ebd., 377-411; Über Urobilin im Blut, in: Klinische Wochenschrift, 15, 1936, 1124-1126;

Die Behandlung eisenempfindlicher Anämien mit askorbinsaurem Eisen, zugleich ein Beitrag zum Mechanismus d. Eisenwirkung u. zur Frage d. Eisenmangelkrankheit, In: Deutsches Archiv für klinische Medizin, 179, 1937, 216-231; (Hg. u. Mitverfasser) Rezepttaschenbuch, 1937, 21939, 31940, 41941, 51942, 61945, 71946, 81950, 91953, 101956; (mit I. Hausold) D. Hämoglobingehalt gesunder Männer u. Frauen, eine Studie zur Definition des relativen Maßsystems d. Hb-Bestimmung u. zur Aufstellung des normalen Färbeindex, in: Deutsches Archiv für klinische Medizin 179, 1937, 94-98; (mit K. Plötner) Das Serumeisen u. die Eisenmangelkrankheit, 1937; (mit G. Stüve) D. Eisen-Kupferantagonismus im Blutplasma beim Infektionsgeschehen, in: Klinische Wochenschrift 17, 1938, 925-927; Neuere Forschungsergebnisse über die Pathogenese des hämolytischen Ikterus, in: Klinische Wochenschrift 18, 1939, 661-665; (mit H. Koch) Untersuchungen über die Eisenresorption unter normalen u. pathologischen Verhältnissen, in: Deutsches Archiv für klinische Medizin 185, 1940, 89-101; (mit W. Keiderling u. G. Stüwe) Kupfer u. Eisen als körpereigene Wirkstoffe u. ihre Bedeutung beim Krankengeschehen, 1941; Blutkrankheiten, 1942 (Handbuch d. inneren Medizin, 3. Aufl., Bd. II); (mit I. v. Mutius) Untersuchungen über die Herauslösung von Eisen aus Nahrungsmitteln durch Magensaft u. Galle, in: Zs. für die gesamte experimentelle Medizin 112, 1943, 192-207; Die Eisentherapie u. ihre Grundlagen, 1943, 21944; (mit W. Keiderling) Klinische Wirkungen einer Sulfonamidkombination mit verschiedenem Angriffspunkt (De-Ma) auf den Ablauf sulfonamidresistenter Krankheitsbilder und ihre Erklärung durch die Theorie einer mehrfachen Fermentkettenblockierung, in: Deutsche medizinische Wochenschrift 72, 1947, 13-18; (mit Fr. Hahn u. H. Schubothe) Hämolytische Anämien auf d. Basis abnormer serologischer Reaktionen, in: Klinische Wochenschrift 24/25, 1947, 193-205; Fortschritte d. Therapie, in: Deutsche medizinische Wochenschrift 73, 1948, 1-6; Besteht eine Grundlagenkrise d. medizinischen Wissenschaft?, in: Medizinische Klinik 43, 1948, 29-31; (mit A. Walter u. G. Reimold) Das Endocarditis-lenta-Problem, ebd., 467-472, 565-569; (mit R. Merk u. J. Pirwitz) Klinik u. Pharmakologie des Urethans u. anderer cytostatischer Stoffe, 1948; Therapie mit cytostatischen Stoffen, in: Klinische Wochenschrift 26, 1948, 97-101; Über die idiopathische aplastische Anämie u. ihre Beziehungen zu Hämoplastosen, ebd. 486-489; Neuartige Wirkungen d. Thiosemicarbazone bei hyperergischen Prozessen, ebd., 649-652; Schilddrüse u. Entzündung, ebd., 27, 1949, 68-70; (mit I. Heilmeyer) Über Resorption u. Ausscheidung von Tb I 698 (Conteben) nach peroralen Belastung, ebd., 790f.; Die Chemotherapie d. Tuberkulose, in: Deutsche medizinische Wochenschrift 74, 1949, 161-167; (mit I. Heilmeyer) Quantitative Bestimmung kleiner Mengen von Benzaldehydthiosemicarbazon u. dessen Derivaten (TB I 698) in Körperflüssigkeiten, in: Archiv für experimentelle Pathologie u. Pharmakologie 210, 1950, 424-430, 211, 1950, 313-320; Weitere Erfahrungen mit Streptomycin, PAS u. TBI (Conteben) in d. Behandlung d. internen Tuberkulosen, in: Deutsche medizinische Wochenschrift 75, 1950, 471-477; (mit J. Frey u. a.) Studien zur Wirkung des Cortisons (Compound E) u. des adrenocorticotropen Hormons (ACTH), ebd., 1124-1129; Die Beeinflussung d. Entzündungsbereitschaft u. d. Plasmakolloide durch das Thiosemicarbazonderivat TB I im Vergleich zu den Wirkungen d. Hormone d. Nebennierenrinde u. d. Hypophyse u. ihre Bedeutung für Rheumaproblem, in: Klinische Wochenschrift 28, 1950, 254-263; Zur Chemotherapie neoplastischer Erkrankungen, in: Naturwissenschaften 37, 1950, 58-65;

(mit H. Begemann) Blut u. Blutkrankheiten, 1951 (Handbuch d. Inneren Medizin, 4. Aufl., Bd. II);

(mit W. Müller u. H. Schubothe) Über eisenrefraktäre, kobaltsensible Anämien u. zur Frage des Vorkommen d. Thalassaemia minor in Deutschland, in: Klinische Wochenschrift 29, 1951, 333-335; Tradition u. Zielsetzung d. Medizinischen Universitätsklinik in Freiburg, 1950 (Freiburger Universitätsreden N.F. 10, 1951, 1-35); (mit H. Kilchling) Zur Frage d. Hämometereichung, in: Deutsche medizinische Wochenschrift 76, 1951, 1074-1076; (mit J. Frey u. R. Fischer) Einwirkung von TBI (Conteben) auf die Eiweißhyperergie d. Ratte, in: Archiv für experimentelle Pathologie u. Pharmakologie 213, 1951, 387-391; (mit J. Frey u. R. Fischer) Über Wirkungen von adrenotropen Hypophysenvorderlappenhormon, 11-Dehydro- u. 11-Desoxy-Corticosteron im Modellversuch am Tier, ebd., 214, 1952, 416-422; Triäthylenmelamin (TEM), ein neuer Stoff zur Behandlung von Leukämien, in: Klinische Wochenschrift 30, 1952, 537-547; Radioisotope in d. Heilkunde, 1952 (Abhandlungen des Deutschen Museums 20, H. 2); Neuere Ergebnisse d. Eisenstoffwechselforschung bei d. Hämochromatose, in: Deutsche medizinische Wochenschrift 79, 1954, 280-284; (mit A. M. Walter) Antibiotika-Fibel, 1954, 21965; 3(mit M. Plempel u. H. Otten) 1969; (mit H. Besemann) Atlas d. klinischen Hämatologie, 2 Bde.,1955; Wie ich zur Hämatologie kam, in: Medizinische Klinik 50, 1955, 36-39; Physiologische Beziehungen zwischen Milz u. Knochenmark, in: Klinische Wochenschrift 33, 1955, 689-696; (mit A. Walter) Resistenz u. Virulenz von Tuberkelbakterien in klinischer Sicht, in: Deutsche medizinische Wochenschrift 82, 1957, 941f.; Anämien mit Eisenverwerturngsstörung, ebd., 1499; (Mitherausgeber u. Mitverfasser) Handbuch d. gesamten Hämatologie, 5 Bde. 1957-1969; (mit K. Wurm u. H. Reindell) D. Lungenboeck im Röntgenbild, 1958; Die sideroachrestischen Anämien, in: Deutsche medizinische Wochenschrift 84, 1959, 1761-1765; Über einige seltene Störungen d. Porphyrinsynthese bei sideroachrestischen Anämien u. bei Infektanämien, ebd. 85, 1960, 1915-1919; (mit H. J. Kähler) Die Entzündung u. ihre Steuerung, 1962; Meilensteine d. Anämieforschung, 1961 (Freiburger Universitätsreden N.F. 33, 1962, 1-22); (mit R. Clotten u. L. Heilmeyer) Die Störungen d. Blutsynthese, 1964; (mit L. Kerp, H. Kasemir u. E. Günther) Ablauf d. Hautentzündung im Endotoxin-Hauttest am Kaninchen nach Präparation des generalisierten Sanarelli-Shwartzman-Phänomens, in: Klinische Wochenschrift 45, 1967, 367-371; (Hg. u. Mitverfasser) Blut u, Blutkrankheiten: Allgemeine Hämatologie u. Physiopathologie des erythrocytären Systems, 1968 (Handbuch d. Inneren Medizin, 5. Aufl., Bd. II, Teil 1);

Die medizinischen Fakultäten in d. Zeitenwende, gezeigt am Beispiel d. Ulmer Neugründung, in: R. Schwebler, W. Föhrenbach (Hg.) , Jahre d. Wende, 1968, 265-269; (mit G. Nebinger) Die Ahnengallerie auf Schloß Reisensburg, 1969; Lebenserinnerungen, 1971.

L DBE, 2. Aufl., 4, 2006, 577f.; Poggendorffs Biographisch-literarisches Handwörterbuch VI, Teil 2, 1937, 1067, VIIa, Teil 2, 1958, 416-419, VIII, Teil 2, 2002, 1491; L. H., in: Leopoldina 3. R., 2, 1956, 10f.; W. Keiderling (Hg.) Beiträge zur Inneren Medizin. L. H. zum 65. Geburtstag, 1964, mit Laudatio, S. 5-8 u. Bild (Titelbild); W. Stich, L. H. zum 65. Geburtstag, in: Blut 10, 1964, 159f.; G. W. Löhr, Zum 70. Geburtstag von L. H., in: Freiburger Universitätsblätter 8, H. 24, 1969, 9-11 (B); Ders. Prof. Dr. L. H. +, ebd., H. 26, 9f.; H. Heimpel, L. H. 70 Jahre, in: Blut 19, 1969, 583f.; W. Stich L. H. in Memoriam, ebd. 513-516 (B); Anonym, L. H. +, in D. Spiegel, 23, 1969, Nr. 38, 224; The Editors-in-Chief, L. H.+, in: Acta Haematologica 42, 1969, 257 (B); J. Brugsch, L. H. zum Gedächtnis, in: Zs. für klinische Chemie u. klinische Biochemie 7, 1969, 566; G. Hoffmann, L. H. +, in: Nuklearmedizin 8, 1969, 209f. (B); Th. M. Fliedner, In Memoriam L. H. in: Blood 35, 1970, 558-560 (B); 10 Jahre Universität Ulm: Ansprachen, Referate u. L.-H.-Gedächtnisvorlesung, 1979; Susanne Zimmermann, Die medizinische Fakultät d. Universität Jena während d. Zeit des Nationalsozialismus, 2000, 86f., 146f.; Ernst Klee, Das Personenlexikon zum Dritten Reich, 2003, 238; M. Grüttner, Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, 2004, 72; 550 Jahre Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Bd.1, 2007, 287f. (B); W. Gerock, Blut u. Eisen: L. H., ebd. Bd. 4, 121-124; Nadine Kopp, Die Medizinische Fakultät Freiburg 1845 bis 1969/1970, 2015; www.dgho.de/gesellschaft/geschichte/ausstellung

B Medizinische Klinik 50, 1955, 36; H. Beck (Hg.), Ikterus, 1968, Titelbild; H., Lebenserinnerungen, 1971, Titelbild, Bilder zw. S. 32 u. 33, 96 u. 97, 160 u. 161, 176 u. 177, 192 u. 193, 208 u. 209, 228 u. 229; Vgl. L

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