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Niethammer, Anneliese (1901-1983), Botanikerin, Mikrobiologin

Category: Kurzbiografien Published: Saturday, 11 June 2016 Written by Alexander

Niethammer, Anneliese (zunächst Anna Elise), Botanikerin, Mikrobiologin

*11.05.1901 Berlin-Charlottenburg. Ev. + 15.09.1983 Korntal-Münchingen

V Georg Friedrich N., (1874-1947), Prof. d. Elektrotechnik,

M Anna, geb. Müller (1875-1945).

G Fritz N.(1900-1978) Jurist, Prof. für Zivilrecht.

Ledig

             1907 IX – 1919 VI                  Schulbildung: 1907-1911 Evangelische Volksschule in Brünn, 1911- 1916 Gymnasium in Brünn, 1916-1919 Gymnasium in Prag. Reifeprüfung im Juni 1919

              1919 -1923                             Studium an d. Deutschen TH Prag, Landwirtschaftliche Abteilung

1923 XII                                  Promotion ebd. zum Dr. rer. techn.; Diss.: „Die Wirkung von Photokatalysatoren auf das Frühtreiben ruhender Knospen u. die Samenkeimung“

             1925 IV – 1926 V                   Studium Botanik an der Karls-Universität Prag

             1926 VI 25                              Promotion zum Dr. rer. natur.ebd.; Diss.: „Das Gesetz vom Minimum an Pilzkulturen“

              1926 VII – 1937 VIII               Assistentin am Pflanzenphysiologischen Institut ebd., ab 1927 in d. gleichen Eigenschaft am Institut für Botanik, Warenkunde u. Technische Mikroskopie d. Deutschen TH Prag

    1927-1928                              Habilitation an d. Deutschen TH Prag: H-schrift: „Stimulationsprobleme an Pflanzen“

              1934, Frühjahr u. Herbst        Zweiteilige Lehramtsprüfung für Naturgeschichte

             1935, Januar u. Mai               Ergänzungsprüfung in Wirtschafts- u. Handelsgeographie und in Warenkunde für Handelsakademien

             1937 IX – 1945 V                   Professorin d. Deutschen Handelsakademie, Prag, zunächst „provisorische“, ab April 1940 „definitive“. Gleichzeitig unbesoldete Dozentin, ab 1941 apl. Professorin an d. Deutschen TH Prag

             1945 VI – 1946 III                   Internierungslager bei Prag; anschließend Vertreibung nach Deutschland

             1946 IV – 1969 VII                 Lehrtätigkeit an d. Höheren Handelsschule (Robert-Franck-Schule) in Ludwigsburg: Im April 1946 Verwendung gegen Stundenbelohnung; 1946 V-1948 III Aushilfslehrerin; 1948 IV-1953 VI Handelsschulrätin; 1953 VII-1958 XI Studienrätin; 1958 XII-1966 XI Oberstudienrätin; ab Dezember 1966 – im Ruhestand als Vertragslehrerin.

             1948 XI – 1970 VII                 Nichtplanmäßige a.o. Professorin für Angewandte Botanik an d. TH Stuttgart. Antrittsvorlesung „Biologische u. medizinische Hemmungswirkungen bei mikroskopischen Pilzen u. Bakterien“ am 15. Dezember 1948

                 Ehrung: (Postum ) A.-N.-Weg in Stuttgart.

N. wurde in Berlin als zweites Kind des bedeutenden Elektrotechnikers Friedrich N. geboren. Ihr Vater, damals Chefelektriker bei der Union-Elektrizitätsgesellschaft, wurde 1902 als Professor für Elektrotechnik an die TH Brünn berufen. Seitdem wohnte die Familie bis zum Ende des II. Weltkriegs zunächst in Brünn, ab 1916 in Prag, wo der Familienvater an der Deutschen Technischen Hochschule den Lehrstuhl für Elektrotechnik innehatte. Ab 1918 war er zum Rektor gewählt.

Bekanntlich gehörten diese Städte zu Österreich-Ungarn, und die Verhältnisse für die Deutschen waren dort sehr günstig. Auch in der 1919 entstandenen Tschechoslowakei verschlechterten sich diese Verhältnisse nicht wesentlich, deutsche Kultur und Wissenschaft waren gut präsent.

So wuchs N. unter günstigen Umständen in einer wohlhabenden Familie auf. Ihr Vater kümmerte sich um ihre Bildung. Zunächst von einem Hauslehrer unterrichtet besuchte sie später eine Volksschule, anschließend Gymnasien in Brünn und Prag. Im Juni 1919 bestand sie ihr Abitur.

Ab Herbst 1919 studierte sie Landwirtschaftswissenschaften an der Deutschen TH Prag, im Juni 1923 wurde sie „Diplom-Ingenieurin landwirtschaftlicher Richtung“ und im Dezember 1923 promovierte sie zum „Doktor der technischen Wissenschaften“.

Anschließend leistete N. ein praktisches Jahr in landwirtschaftlichen Betrieben ab. Danach studierte sie zwei Semester lang an der Karls-Universität Prag und fertigte eine zweite Doktorarbeit im dortigen Pflanzenphysiologischen Institut. Im Juni 1926 wurde sie zum Dr. rer. nat. promoviert und erhielt eine Assistentenstelle an diesem Institut. Nach einem Jahr wechselte N. als Assistentin in das Institut für Botanik, Warenkunde und Technische Mikroskopie der Deutschen TH in Prag, wo sie sich Ende 1927 habilitieren konnte und 1928 als Privatdozentin die venia legendi erwarb. Sie leitete selbständig Praktika in Botanik und Warenkunde und hielt oft Vorlesungen in Vertretung des Institutsdirektors. Darüber hinaus setzte N. ihre Forschungsarbeiten fort. Sie ersann mehrere einfache aber effektive experimentelle Methoden für verschiede Zwecke, so zur Kontrolle der Sterilisation von Samen, zur Beobachtung der Permeabilität von Samenschalen gegenüber organischen und anorganischen Stoffen, zur mikroskopischen Bestimmung von Schmelzpunkten organischer Stoffe, zum Nachweis der Verderbtheit von Pflanzenfetten u. a.

Anfang 1930er Jahre erweiterte N. ihre Forschungen: Außer zur Angewandten Botanik richtete sie sich auch auf die Mikrobiologie, indem sie die mikroskopischen Bodenpilze zu erforschen begann.

Ihre teils gleichzeitige, teils wechselweise Tätigkeit an der Universität und an der TH bedingte offensichtlich N.s Einstellung, die wissenschaftlichen Ergebnisse mit deren praktischen Anwendungen zu verknüpfen. Vermutlich stammt daher auch ihre Fähigkeit, Berührungspunkte zwischen verschiedenen Forschungsgebieten zu entdecken. Dies ist für ihre gesamten weiteren Arbeiten charakteristisch.

Zu dieser Zeit begriff N. aber, dass eine akademische Laufbahn für eine Frau nicht sicher genug sei für die Gewährleistung ihrer Existenz. So sah sie sich gezwungen, auch einen Brotberuf zu ergreifen. Deswegen bereitete sie sich auf eine Lehramtsprüfung vor, indem sie erneut an der Karl-Universität Naturwissenschaften, besonders Chemie, und Geographie studierte. Im Frühjahr und Herbst 1934 legte sie Lehramtsprüfungen für Naturgeschichte (Botanik, Zoologie und Chemie) und Geographie ab; zusätzlich, im Januar und Mai 1935 bestand sie eine Ergänzungsprüfung für Handelsakademien, die Wirtschafts- und Handelsgeographie und Warenkunde einschloss. Im Herbst 1935 begann sie, zunächst unter Beibehaltung einer Assistentenstelle an der TH, an der Deutschen Handelsakademie in Prag zu lehren. Ab September 1937 wurde N. dort „provisorische Professorin“ (Lehrerin) und verließ ihre Assistentenstelle. Im Dezember 1939 bestand sie eine dreitägige Anstellungsprüfung für Professoren bei der Ministerialen Prüfungskommission, die sie für den Dienst einer „definitiven Professorin“ „als sehr geeignet“ anerkannte (StaatsA Ludwigsburg, EL 205 Bü 948). Nun wurde N. staatliche Beamtin. Die Hauptfächer, die sie unterrichtete, waren Warenkunde und Handelsgeographie. Außerdem gab sie gelegentlich Stunden in Deutsch, Englisch, Geschichte, Bürgerkunde und Handelskunde.

Gleichzeitig war sie als unbesoldete Dozentin an der Deutschen TH tätig und setzte ihre wissenschaftlichen Arbeiten fort. 1937 erschien ihre erste Monographie, über die mikroskopischen Bodenpilze, vielleicht das wichtigste Werk seines Lebens. Sie selbst bezeichnete es als „Pionierarbeit“. „Die Mitteilungen fußen fast durchwegs auf eigenen experimentellen Erfahrungen“(1937, Vorwort). Es war der erste bedeutende Beitrag zur Gründung einer neuen Disziplin, der mikrobiologischen Ökologie. Der Erforschung des eröffneten Neulands widmete N. viele methodische und deskriptive Arbeiten, sowohl in Prag wie auch später in Stuttgart.

Nach dem Zusammenbruch „verlor ich die Stellung und Heimat, obgleich ich nie Parteimitglied war und von den tschechischen Professoren der Hochschule ein ausgezeichnetes Leumundszeugnis hatte“ (N. Lebenslauf vom April 1946, UA Stuttgart 57/1638). Anfang Juni 1945 wurde die ganze Familie N. interniert. Im Lager verlor sie ihre Mutter und ihre Großmutter. Im März 1946 wurden sie und ihr Vater aus der Tschechoslowakischen Republik vertrieben. Sie kamen nach Korntal, der Heimat des Vaters, und fanden dort Unterschlupf, wenn auch armselig, bei Verwandten des Vaters.

Kaum gekommen, begann N. eine Arbeit zu suchen. Sie meldete unverzüglich bei den amerikanischen Behörden, ohne deren Genehmigung keine Arbeit als Schul- oder Hochschullehrerin möglich war. Ihr erster Erfolg, bereits im April 1946, war die Verwendung als Lehrerin mit Stundenlohn an der Höheren Handelsschule in Ludwigsburg. Ab Mai wurde sie durch das Oberschulamt in Stuttgart dorthin als Aushilfslehrerin zugeteilt. Nach zwei Jahren erhielt sie, nach ihrem Gesuch und durch Schulleitung unterstützt, den Beamtenstatus. 1953 und 1958 erfolgten weitere Beförderungen. Aufschlussreich sind die Zeilen aus den Zeugnissen des Schuldirektors, am 2. März 1953: „Fräulein N. glaubt an das Gute und sucht nach dem Guten in Menschen und hat bisweilen mit ihrer Geduld und Versöhnlichkeit noch da Erfolg, wo der ungeduldige Mann längst mit eisernen Besen ausgefegt hätte“ (StaatsA Lunwigsburg, EL 205 Bü 948, Bl. 31). Am 8. Mai 1959: „Sie erfüllt ihre Lehraufgabe mit Eifer und Sachkenntnis. Ausgesprochene Güte ist der hervorragende Zug ihres Charakters. <…> Durch die Verwendung zahlreicher Lehrmittel wird der Unterricht anschaulich und erfolgreich“ (ebd., Bl. 37). In der Schule unterrichtete N. die ersten sieben Jahre Geographie und Warenkunde, später hauptsächlich Botanik und Chemie. Bis 1967 gab sie 24-26 Stunden wöchentlich, erst danach wurde ihr Pensum vermindert, zuletzt bis 13 Stunden.

Bereits im März 1946 kontaktierte N. Professor Dr. Hermann Ullrich (1900-1986), der damals das Botanische Institut informell leitete: Ab 1946 wurde er durch die Besatzungsmacht entlassen und wartete auf sein Entnazifizierungsverfahren. Trotzdem schrieb Ullrich ans Kultministerium in Stuttgart, dass die TH dringend N. für den Unterricht der Botanik brauche. Die Antwort lautete, dass eine Lehrtätigkeit für N. erst nach ihrer Umhabilitation möglich sei. Anfang Mai 1946 legte N. ein Gesuch für ihre Umhabilitation der Fakultät vor, und im Juni wurde das Thema der Probevorlesung festgelegt: „Wuchs- und Hemmstoffe bei Pilzen unter Hervorhebung der Penizillin“ (UA Stuttgart 122/3b).

Vermutlich fand die Vorlesung bald darauf statt (die Akten der ersten Nachkriegsjahre sind sehr lückenhaft). Jedenfalls lehrte N. an der TH Stuttgart ab WS 1946/47. Im SS 1948 – Ullrich war noch suspendiert – wurde sie von dem Kultministerium betraut, das Botanische Institut kommissarisch zu leiten (UA Stuttgart 57/1638). (In der Folge musste N. sich jedoch beim Oberschulamt entschuldigen, weil sie ohne dessen Sondergenehmigung solch eine große Aufgabe als Nebenarbeit eigentlich nicht erfüllen durfte). Die offizielle Ernennung N. als nichtplanmäßige a.o. Professorin ist aber erst mit 15. November 1948 datiert. Danach gab N. ihre Antrittsvorlesung (UA Stuttgart 57/1638).

Obwohl der Name N. als der erster Professorin an der TH Stuttgart später hervorgehoben wurde, ist es bezeichnend, dass die zweifach promovierte anerkannte Expertin, zu dieser Zeit Autorin von 100 Veröffentlichungen, einschließlich zweier Monographien, nur als nichtplanmäßige außerordentliche Professorin zum Katheder zugelassen wurde. Ihr tägliches Brot musste sie nach wie vor als Schullehrerin verdienen. Allerdings war es ihre freiwillige Wahl – nicht nur in der Prager Zeit, sondern auch in Deutschland. Es scheint, dass N. selbst sich sicherer fühlte, wenn sie Schulunterricht als Hauptberuf hatte.

Als Dozentin der TH las N. über Angewandte Botanik, nämlich über „Samen und Früchte in Industrie und Handel“ und hauptsächlich über verschiedene Aspekte der Mikrobiologie – „Technische Bakteriologie“, „Technische Mykologie“, „Grundzüge der Mikrobiologie“. Ihre größten Bemühungen waren auf die Praktika gerichtet. Vorlesungen gab sie nur 1-2 Stunden wöchentlich (nur im WS 1948/49 waren es 5 Stunden), auf Übungen kamen zunächst 19-21 Stunden. Allerdings änderte sich dies, als N. Beamtin an der Handelsschule wurde: Seit 1949 erlaubte das Kultministerium der TH keine Lehranträge für N., die die gesetzlichen vier Stunden pro Woche für eine Nebenarbeit überstiegen.

Einige Wintersemester – 1953/54, 1954/55 und 1958/59 – war N. nach ihren Gesuchen vom Unterricht an der TH beurlaubt, da sie in ihrer Schule wegen des starken Lehrermangels überlastet war. Sie holte dies reichlich in den nachfolgenden Sommersemestern nach, besonders durch „mykologische“ Exkursionen, die mehr Teilnehmer als ihre Vorlesungen anzogen.

Die Vorlesungen N.s waren „teilweise chaotisch“ (Kull, 2001, 108): Sie ließ sich leicht durch Fragen von Studenten ablenken, und der Hauptgegenstand der Vorlesung wurde nicht geklärt. Ihr Unterricht bei den Praktika dagegen war sehr erfolgreich und beliebt. Gegenüber ihren Studenten war N. sehr tolerant, nur irgendwelche Nachlässigkeit bei der Behandlung von Pilz- oder Bakterienkulturen duldete sie entschieden nicht. Erfolgreich war sie auch als Doktormutter. Bei ihr promovierten acht Doktoranden. Diese erinnerten sich dankbar ihrer Gründlichkeit bei der Forschung, ihrer Sorgsamkeit und ihrer Großzügigkeit, mit der sie ihre Ideen verschenkte.

Bemerkenswert ist die intensive literarische Tätigkeit N.s. Das erste Buch, das sie in Deutschland publizierte, „Technische Mykologie“ (1947), verfasste sie aufgrund ihrer Prager Ergebnisse. Damals galt es als „bahnbrechend“ (Kull, 2001, 106). Die nächste Monographie, über die Gattung Penicillium (1949) erfuhr viel Anerkennung dank ihrer Aktualität: Es war die Zeit der raschen Entwicklung der Penicillin-Antibiotika. Ein weiteres Buch, zusammen mit zwei ihrer Doktorandinnen verfasst, über mikrobiologische Heilmittel (1951), richtete sich direkt an die Medizin. Ihre letzte große Arbeit, die fundamentale Monographie „Samen und Früchte des Handels und der Industrie“ (1961) krönte ihre langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet der Angewandten Botanik. Insgesamt stammen von ihr etwa 120 Veröffentlichungen.

Den Schwerpunkt ihrer Forschungen in Stuttgart bildete die grundsätzliche Entwicklung der Lehre über die mikroskopischen Pilze. Nachdem sie ihre wertvolle Sammlung von Pilzkulturen in Prag hatte verlassen müssen, konnte sie nun wieder, auf ihre langjährigen Erfahrungen basierend, eine neue Sammlung verschiedener Kulturen von mikroskopischen Pilzen schaffen. Alle ihre Ferienreisen – sie war eine leidenschaftliche Wanderin – nutzte sie, um Proben von Bodenpilzen aus verschiedenen Regionen mitzubringen – zunächst aus Württemberg, später auch aus dem Ausland, so 1955 aus England, 1958 aus Griechenland und 1961 aus Irland. Ab 1951 und zumindest bis 1960 bewahrte N. diese Sammlung in einem Raum ihrer neuen Wohnung, wo eine durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft bezahlte Hilfskraft die Sammlung pflegte. Die Proben wurden auch im Zentralbüro für Schimmelkulturen in den Niederlanden hinterlegt.

Ihren Ruhestand verbrachte N. in Korntal. Zu ihrem 80. Geburtstag konnte sie noch ihre Schüler zu einer Feier einladen. Danach begannen ihre Kräfte nachzulassen; zuletzt war sie an den Rollstuhl gebunden. Sie starb in ihrem 84. Lebensjahr.

Zeit ihres gesamten Berufslebens erwarb N. ihren Lebensunterhalt als Schullehrerin, während sie ihre wissenschaftliche Tätigkeit als Hochschuldozentin außerhalb ihres „Brotberufs“ betrieb. Umso erstaunlicher sind ihre international anerkannten Beiträge zur Angewandten Botanik und zur Mikrobiologie. Die Bedeutung des Lebenswerks N.s basiert auf ihrem Forschungsansatz, verschiedene Fachgebiete, sowie Wissenschaft und ihre praktische Anwendungen stets zu verknüpfen. Dieser Ansatz manifestiert sich insbesondere in ihren Pionierarbeiten über die mikroskopischen Bodenpilze, die sie zu Mitbegründerin der ökologischen Betrachtungsweise der Mikrobiologie gemacht hatten.

Q UA Stuttgart: 57/1638, Personalakte N.; 54/57a u. 122/3b, Umhabilitation N.; 37/91, Forschungsbericht N., 1950; Vorlesungsmitschrift zur Vorlesung von N. über „Bakteriologie“, WS 1949/1950; StaatsA Ludwigsburg: EL 205 Bü 948, Personalakte N. beim Oberschulamt Stuttgart; Auskunft aus d. Robert-Franck-Schule, Ludwigsburg vom 1.06.2016.

W Über die Wirkung von Photokatalysatoren auf das Frühtreiben ruhenden Knospen u. auf die Samenkeimung, in: Biochemische Zs. 158, 1925, 278-305; Über das Gesetz vom Minimum bei Pilzkulturen, ebd., 165, 1925, 168-195; Ein Beitrag zur Samendesinfektion, ebd., 172, 1926, 173-211; Zur Frage des Lichttreibens, ebd., 177, 1926, 418-433; Die Stimulationswirkung von Giften auf Pilze u. das Arndt-Schulzsche Gesetz, ebd., 184, 1927, 370-382; Stimulationswirkungen im Pflanzenreiche, in: Biologia generalis 4, 1928, 259-290, 655-694; Schmelzpunktbestimmungen auf dem Mikroskoptische mit Hilfe eines Thermoelementes, in: Mikrochemie 7, 1929, 223-226; Azetaldehydbestimmungen mit Hilfe des Griebelschen Mikrobecherchens, ebd, 287-230; Über die Bedeutung u. Verwendbarkeit mikrochemischer Reaktionen für Permeabilitätsstudien an Pflanzen , ebd., 314-317; Permeabilitätsstudien an Pflanzenzellen im Zusammenhange mit d. Quecksilberbeizung d. Samen, in Zs. für physikalische Chemie A 142, 1929, 309-319; Lokalisation einzelner Glykoside, sowie des Phlorogluzins unter Berücksichtigung benachbarter Kalkoxalatausscheidungen in d. Pflanzenzelle, in: Beiträge zur Biologie d. Pflanzen 18, 1930, 335-343; Die Mikrogaskammermethode u. die Mikrosublimation als Hilfsmittel bei d. Bewertung von pflanzlichen Warenproben, in: Mikrochemie 8, 1930, 53-62; Die mikrochemische Glykosidnachweis unter Hervorhebung d. Schwierigkeiten im Gewebe, ebd. 9, 1931, 136-142;

Biochemische Studien im Zusammenhange mit Frühtreibeproblemen, in: Biochemische Zs. 232, 1931, 146-155; Verbreitung einzelner Glykoside im Gewebe, ebd., 233, 1931, 217-221; Licht, Dunkelheit u. Strahlung als Faktoren bei d. Samen-Keimung, in: Tabulae biologicae periodicae 4, 1935, 45-77; Die mikroskopischen Bodenpilze, ebd., 6, 1937, 279-283; Die mikroskopischen Bodenpilze. Ihr Leben, ihre Verbreitung sowie ihre ökonomische u. pathogene Bedeutung, 1937; Der Wert substantiver Farbstoffe bei d. Charakteristik von Früchten u. Samen, unter gleichzeitigem Hinweis auf deren natürliche Pilzflora, in: Biologia generalis 14, 1939, 552-571; Technische Mykologie. Hefen u. Schimmelpilze. 1947; Zur Systematik d. Pilzgruppe Penicillium Link, in: Archiv für Mikrobiologie 14, 1948, 46-62; Die Gattung Penicillium Link – Merkmale, Leben, Verbreitung, Leistungen, Antibiose, Arten, 1949; (mit M. Beeninger u. R. Krehl-Nieffer) Mikrobiologische Heilmittel. Antibiose u. antagonistische Erscheinungen, 1951; (mit H. Bassler) Über das Kultivieren u. Konservieren verschiedener Pilze u. Bakterien in Reinkultur, in: Zs. für Naturforschung 9b, 1954, 456-460; Bemerkungen über Verbreitung u. Lebensbedingungen von Aspergillus niger van Tieghem, in: Die Gartenbauwissenschaft 3, 1956, 98-101; (mit R. Krehl-Nieffer u. M. Hitzler) Mikroskopische Bodenpilze verschiedener Herkunft unter verschiedenen Kulturbedingungen, in: Zentralblatt für Bakteriologie, II. Abt., 112, 1959, 429-439; (mit M. Hitzler) Synthetische Kultur von Propionibacterium (Orla-Jensen) van Niel, ebd., 113, 1960, 478f.; (mit N. Dietz) Samen u. Früchte des Handels u. d. Industrie, 1961; Mikrobiologische Studien an irischen Bodenproben, in: Zentralblatt für Bakteriologie, II. Abt., 116, 1963, 762-765;

L NDB 14, 1999, 245f.; DBE, 2. Aufl. 7, 2007, 466; Poggendorffs Biogaphisch-literarisches Handwörterbuch VI, 3. Teil, 1938, 1858f., VIIa, 3. Teil, 1959, 429f., VIII. 3. Teil, 2004, 1962; Ulrich Kull, Zur Erinnerung an A. N. – erste Professorin an d. TH Stuttgart, in: Jahrhefte d. Ges. für Naturkunde in Württemberg 156, 2000, 93-125 (mit Bildern u. Schriftenverzeichnis); ders. Erste Professorin d. TH Stuttgart, in: Die Universität Stuttgart nach 1945, 2004, 197-200 (B);

B Foto um 1965, UA Stuttgart, Fotosammlung-Niethammer; Fellbacher Ztg. 11.05.2001, Nr. 108, S. 24 (Ausschnitt im UA Stuttgart, Nr. 14024); StAL EL 205 Bü 948, Foto um 1955; Vgl. L

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