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Dehlinger, Ulrich (1901-1981), Physiker

Category: Kurzbiografien Published: Sunday, 10 December 2017 Written by Alexander

Dehlinger, Ulrich, Physiker

*6.07.1901, Ulm. Ev. +29.06.1981, Stuttgart

V Alfred D. (1874-1959), 1924-1942 Finanzminister Württembergs

M Anna, geb. Martin (1876-1939)

G 5

∞ 1: 29.12.1928, Ravensburg Margarete Sterkel (1892-1950), Krankenschwester

∞2: 10.11.1951, Stuttgart, Charlotte (Lotte) Lucke (*1904)

K 2: Annemarie (*1929), Margarete (*1932), verh. Macherauch.

              1907 IX – 1919 VI                  Schulbildung in Stuttgart: 1907-1909 Elementarschule; 1909-1917 Humanistisches Eberhardt-Ludwigs-Gymnasium, 1917-1919 Realgymnasium; Reifeprüfung mit d. Gesamtnote „gut“ im Juni 1919

              1919 – 1923                           Studium d. Mathematik u. Physik an d. Univ. Tübingen (WS 1919/20-WS 1920/21), TH Stuttgart (SS 1921-WS 1921/22), Univ. München (SS 1922), TH Stuttgart (WS 1922/23-WS 1923/24); Diplomvorprüfung „mit Auszeichnung“ am 13.12.1922, Diplomhauptprüfung für technische Physik „mit Auszeichnung“ am 6.12.1923 bestanden. Diplomarbeit „Über den Einfluss d. Elektroden auf die Sättigungsstromkurve durch ß- u. γ-Strahlen“

              1924 XI – 1934 IX                  Assistent am Laboratorium für Röntgentechnik d. TH Stuttgart.

1925 VII                                  Promotion „mit Auszeichnung“ zum Dr.-Ing.; Diss.: „Kristallstruktur u. Doppelbrechung von Rutil u. Anatas“. Diplom vom 29. Juli 1925

              1928 XII                                  Habilitation für das Fach „Angewandte Physik“ mit d. Schrift „Zur Theorie d. Rekristallisation reiner Metalle“

              1934 IV                                   Ernennung zum a.o. Professor

              1934 X – 1969 VII                  Abteilungsleiter am Kaiser-Wilhelm- bzw. Max-Planck-Institut für Metallforschung

              1937 XI                                   Ernennung zum Wissenschaftlichen Mitglied des Instituts für Metallforschung

              1938 IX -1969 IX                    o. Professor (bis Oktober 1958 Persönlicher Ordinarius) an d. TH Stuttgart

              1947-1950                              Dekan d. Fakultät für Natur- u. Geisteswissenschaften u. Vorstand d. Abteilung für Mathematik u. Physik

             1950 V-VI                               Vortrags- u. Studienreise in die USA

              1969 XI                                   Emeritierung

Ehrungen: Dr. rer. nat. h. c., TH Dresden (1961); Heyn-Denkmünze, die höchste Auszeichnung d. Deutschen Gesellschaft für Metallkunde (1964).

D. wurde als erstes Kind des „Finanzamtmanns“ Alfred D. in Ulm geboren. Sein Vater hatte Jura in Tübingen studiert, war danach in der Finanzverwaltung in Ulm tätig, 1904 promovierte er in Tübingen und erhielt bald eine Stelle in Stuttgart, wo auch D. fast sein ganzes Leben wohnte. Er besuchte hier zunächst eine Volksschule, dann ein humanistisches Gymnasium. Da er schon damals ein ausgeprägtes Interesse an exakten Wissenschaften zeigte, konnte er seinen Vater zum Wechsel an das Realgymnasium überreden. So besuchte D. seine beiden letzten Schuljahre die wohl modernste Lehranstalt in Stuttgart (heute Dillmann-Gymnasium). Der Gründer des Gymnasiums, Christian von Dillmann (1829-1899), ein bedeutender Schulreformer, war ein erfolgreicher Förderer mathematisch-naturwissenschaftlicher Bildung. Dies entsprach vollständig den Neigungen D.s. Im Juni 1919 bestand er sein Abitur mit der Gesamtnote „gut“. In seinem Reifezeugnis stand: „Er beabsichtigt, sich dem Studium der Mathematik und Physik zu widmen“ (UA Stuttgart 57/2421). Sein Vater riet ihm ausdrücklich, auf dieses Vorhaben zu verzichten: Er meinte, so D., „dass die führenden Stellen in der Gesellschaft den Juristen vorbehalten seien“ (UA Stuttgart SN 33/62). Entscheidend für die endgültige Wahl D.s zeigte sich die eben 1919 weltberühmt gewordene Relativitätstheorie Einsteins (BWB IV, 61). Nach der Sommerarbeit als Praktikant bei den Württembergischen Hüttenwerken in Wasseralfingen immatrikulierte er im Herbst an der Universität Tübingen. Da es noch keinen Lehrplan dafür in Tübingen gab, verlief sein Studium der Physik und Mathematik ziemlich unsystematisch. So kehrte D. nach drei Semestern nach Stuttgart zurück, wo der neue Ordinarius für Physik, Erich Regener (s. dort), zum ersten Mal eine Prüfungs- und Studienordnung (Lehrplan) für Diplom-Physiker, damals noch Diplom-Ing. genannt, an der TH erarbeitet und eingeführt hatte. Hier war D. besonders von der Vorlesung über Technische Mechanik von Richard Grammel (1889-1964) beeindruckt, so dass er sie später als Vorbild nahm, nach seinen Worten „im Sinn eines systematischen, zum Lösen realistischer Aufgaben verwendeten Aufbaus“ (UA Stuttgart, SA2/1684).

Sein sechstes Semester verbrachte D. in München, damals Hochburg der theoretischen Physik mit berühmten Seminaren von Arnold Sommerfeld (1868-1951). D. durfte dort einen Vortrag halten, nämlich über den Stark-Effekt vom Standpunkt der Bohr-Theorie über die Elektronenhüllen von Atomen. Dies war, meinte er im Alter, der Ausgangspunkt seiner Entwicklung als theoretischer Physiker.

Nach Stuttgart zurückgekehrt, bestand D. im Dezember 1922 „mit Auszeichnung“ die Diplomvorprüfung für Physik und ein Jahr später, am 5. Dezember 1923, auch „mit Auszeichnung“, seine Diplomhauptprüfung mit der Diplomarbeit „Über den Einfluss d. Elektroden auf die Sättigungsstromkurve durch ß- u. γ-Strahlen“.

Ab 1924 erhielt der frischgebackene Diplom-Ingenieur eine Assistentenstelle am Röntgenlaboratorium der TH, das Richard Glocker (1890-1978) gegründet hatte und leitete. Gleichzeitig wurde er der erste Doktorand von Paul Ewald (s. dort), der 1921 als planmäßiger Extraordinarius auf den Lehrstuhl für Theoretische Physik gekommen war. Die Errichtung dieses Lehrstuhls wurde von Regener bei dessen Berufung durchgesetzt. Zunächst hatte Ewald nur ein Zimmer im Physikalischen Institut unter Regener, so ist zu vermuten, dass die Doktorarbeit D.s, „Kristallstruktur und Doppelbrechung von Rutil und Anatas“ zur theoretischen Kristalloptik, dem Bereich Ewalds, gehörte. Leider überlebten weder diese Dissertation, noch die Gutachten von Ewald und Glocker den II. Weltkrieg. Bekannt ist nur, dass D. im März 1925 seine Dissertation vorlegte, im Juli die mündliche Prüfung bestand und „mit Auszeichnung“ zum Dr.-Ing. promoviert wurde.

Nach der Promotion blieb D. Assistent des Röntgenlaboratoriums und beteiligte sich als Helfer an Praktika, die Glocker leitete, aber auch an dessen Forschungsarbeiten über Röntgenographie von kristallinen Stoffen. In das Jahr 1927 fällt die erste bedeutende Leistung D.s: Er entwickelte die sog. Rückstrahlkammer, die zum ersten Mal ermöglichte, innere Spannungen in Metallen röntgenographisch zu beobachten und zu bestimmen (1927, Verbreitung…). Bald konzentrierte sich D. auf die reale Struktur von Metallen und Legierungen und führte selbständige theoretische Forschungen auf diesem Gebiet durch. Diese mündeten in eine Habilitationsschrift, die D. im Herbst 1928 vorlegte. Auch über das Habilitationsverfahren sind keine Dokumente mehr vorhanden. Die Habilitationsschrift selbst wurde aber als ein umfangreicher Artikel veröffentlicht (1929, Zur Theorie der Rekristallisation) und gilt als ein grundlegendes Werk, ein Höhepunkt in der Entwicklung der Physik in Stuttgart. D. selbst bezeichnete seine Arbeit als Versuch „ein atomistisches Bild des Zustandes eines verformten Metalls anzustellen und dann unter konsequenter Anwendung mechanischer und thermodynamischer Überlegungen die vielfältigen Erscheinungsformen der Rekristallisation zu erklären“ (ebd., 149). Das bedeutet, dass hier die Methoden und Ideen der theoretischen Physik zum ersten Mal auf jene komplexen Vorgänge angewendet wurden, die sich bei der plastischen Verformung und Rekristallisation von metallischen Werkstoffen abspielen. Das von D. ersonnene Modell der „Verhackungen“ bei deformiertem Metall zeigte sich als sehr fruchtbar. Einerseits war es Vorläufer des Begriffs „Dislokation“ („Versetzung“), der seitdem zu einem Grundbegriff der Kristallphysik und Metallkunde wurde. (1971 bemerkte D. „So ist die beliebte Versetzung ein phantastischer Begriff, an dessen allmählicher Klarstellung Forscher aus mindestens fünf europäischen Nationen beteiligt waren.“ (UA Stuttgart SN 33/62)). Andererseits entwickelte sich das „Modell der Verhackungen“ von selbst „zu einem Fundamentalbegriff der Festkörperphysik“, es war „u.a. Ausgangspunkt für die Entdeckung der sog. Solitonen“ (Seeger, 2003, 307).

Sofort nach seiner Habilitation gründete D. eine Familie. Als. Privatdozent für das Fach Physik begann er.seine Lehrtätigkeit mit der Antrittsvorlesung „Über den Aufbau der Metalle“. Nun beteiligte er sich mit Glocker an der Leitung der röntgenographischer Praktika und las eine zweisemestrige Vorlesung über „Aufbau und Technologie kristalliner Stoffe“, der erste Teil war den Faserstoffen, der zweite den Metallen gewidmet. Diese Vorlesung hielt D. bis WS 1938/39, danach blieb nur der Teil über „Kristallphysik und Kristallchemie der Metalle“. Ab 1934 fügte er auch „Statistische Thermodynamik“ hinzu, wobei die „besondere Berücksichtigung der festen Körper“ angekündigt wurde.

In seiner wissenschaftlichen Arbeit dieser Zeit konzentrierte sich D. auf Problemen der chemischen Bindung in Metallen, die sich von Bindungen in übrigen chemischen Stoffen so unterscheidet. D. fand Übergangsfälle und betrachtete diese Problematik insbesondere vom Standpunkt der Elektronentheorie der Metalle.

Im Sommer 1934 wurde in Stuttgart das Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung neu gegründet – anstatt des gleichnamigen Instituts in Berlin, das seit Februar 1933 aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst worden war. In Stuttgart existierten bereits zwei Institute der TH, die sich mit der Metallforschung beschäftigten. Das neue Institut sollte diese als Teilinstitute – für physikalische Chemie der Metalle unter Professor Georg Grube (1883-1966) und für Röntgenographie der Metalle („Röntgenmetallkunde“, ab 1937 „Institut für Metallphysik“) unter Professor Richard Glocker – neben dem neuen Teilinstitut für Metallkunde unter Werner Köster (BWB VI, 256) umfassen. Letzterer wurde auch Geschäftsführender Direktor des gesamten Instituts. Alle drei Direktoren waren gleichzeitig als Lehrstuhlinhaber an der TH Stuttgart tätig. So wurde das neue Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung durch Personalunionen mit der TH verbunden. D., der eben zum a.o. Professor befördert worden war, erhielt im Glockers Teilinstitut die Stelle eines Abteilungsleiters.

Bereits im Juli 1934 nahm D., als Vertreter des neuen Instituts, zusammen mit Köster, Glocker und Grube, an der Hauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Metallkunde in Göttingen teil. Die neuen Machthaber erwarteten von der Metallforschung Unterstützung der Aufrüstungsindustrie. So wurden die Stuttgarter Teilinstitute zu der Zweckforschung der Nichteisenmetalle hinzugezogen, insbesondere für das Luftfahrtministerium.

Anfang 1937 wurde Ewald zwangsweise in Ruhestand versetzt, und die TH hatte sich um die Neubesetzung des vakant gewordenen Lehrstuhl für Theoretische Physik zu kümmern. Im April 1937 nannte die Berufungskommission D. als ersten Kandidaten. Die Akte aus dem Berliner Bundesarchiv über die Berufungen auf die TH Stuttgart spiegelt ein dramatisches Tauziehen wider, und zwar zwischen dem Reichserziehungsministerium, das den Empfehlungen von Ph. Lenard (II, 184) folgte, und den sachlich eingestellten Stuttgarter Physikern. Lenard verlangte in seinem Brief an den Reichsminister vom 22. Mai 1937, den echten Vertreter „Deutscher Physik“ Ferdinand Schmidt (1889-1960) zuberufen, um „deutschen Wissenschaftsgeist“ zu pflegen. Das Stuttgarter Ministerium musste nachgeben und Schmidt auf die erste Stelle setzen. Die erste Runde war also für Stuttgart und persönlich für D. verloren. Nun zogen Glocker und Köster alle Register, um die theoretische Physik in Stuttgart zu retten und D., der schon Angebote aus der Industrie hatte, in Stuttgart zu halten. Eben damals, im Herbst 1937, wurde D. zum Wissenschaftlichen Mitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Metallforschung ernannt und seine Abteilung wurde als eine selbständige „Abteilung D.“ eingerichtet. (Sie hatte keine andere Bezeichnung. Erst nach dem Krieg, mit Verwandlung der Kaiser-Wilhelm- in Max-Planck-Gesellschaft, wurde „Abteilung D.“ zur „Abteilung für Mathematik und Physik“ umbenannt). Offensichtlich waren es Glocker und Köster, die den renommierten Münchener Ordinarius für Physik Walther Gerlach (1889-1979) zu einem ausführlichen Brief nach Berlin an das Erziehungsministerium veranlassten. In diesem Brief vom 29.9.1937 betonte Gerlach, dass er „in der Besetzung der Theoretischen Professur mit D. für die deutsche Metallforschung eine ungewöhnlich glückliche und erfolgversprechende Maßnahme“ sehe (BundesA Berlin, R4901/13624). Der darüber hinausgehende entscheidende Zug, den Glocker und Köster ersannen, ein recht scharfsinniger, war mit der bedauerlichen Tatsache verbunden, dass auch Regener – der seiner Zeit den Lehrstuhl für Theoretische Physik geschaffen hatte – zur Entlassung ab Oktober 1937 verurteilt worden war. Jetzt schlug die Abteilung für Allgemeine Wissenschaften der TH vor, den Unterricht der Physik so neu zu gestalten, dass der Lehrstuhl und das Institut für Experimentalphysik in „Grundlagen der Physik“ geändert und entsprechend umbenannt würden, sowie Lehrstuhl und Institut für Theoretische Physik – in „Höhere Physik“, wo die schwierigeren Teile der Physik sowohl vom experimentellen als auch vom theoretischen Standpunkt aus behandelt würden. Dieser Vorschlag neutralisierte politische Abneigungen gegen angeblich jüdische theoretische Physik und gab die Chance, D. auf den Lehrstuhl für „Höhere Physik“ zu berufen. Das Reichserziehungsministerium war mit dem Vorschlag einverstanden. F. Schmidt erhielt sofort den ehemaligen Lehrstuhl Regeners und über die Berufung D. richtete der Stuttgarter Kultusminister am 23. November 1937 nach Berlin die Bitte, ihn zu Berufungsverhandlungen zu ermächtigen. Denn D.s „wissenschaftliche Befähigung steht nach Gutachten außer Zweifel“ und obwohl D. „eine politische Persönlichkeit nicht zu sein scheint“ ist ja „in Professor Schmidt … ein aktiver Nationalsozialist für die TH gewonnen“ (ebd.). Gegen diese Argumentation konnte man in Berlin keine Entgegnung finden, setzte aber für D., trotz Protesten aus Stuttgart, die Gehaltskategorie für einen beamteten Extraordinarius fest. So erhielt D. schließlich ein persönliches Ordinariat. Ordnungsgemäßiger Ordinarius mit voller Bezahlung wurde er erst 1958.

In dieser hektischen Zeit beendete D. seine erste Monographie, „Chemische Physik der Metalle und Legierungen“. Für seine Zeit stellte es ein Pionierwerk dar, eine theoretische Begründung der Metallkunde sowohl auf atomistischen wie auch phänomenologischen Grundlagen. D. machte deutlich, dass ein deduktiver Aufbau der Metallkunde, wie es für einen theoretischen Physiker üblich wäre, bei den realen Objekten der Metallkunde nicht möglich ist. Deswegen erarbeitete er halbempirische Methoden, die zu geschlossenen Darstellungen führten. Besondere Beachtung fanden Gitterbaufehler von realen Metallen.

Nach der Erscheinung dieses Werks erhielt D. 1939 den Ruf auf Ordinariat für Physik an der Deutschen Universität Prag, lehnte ihn aber ab. Er begann, nun als Leiter des „Lehrstuhls für höhere Physik“ seine große Vorlesung über Theoretische Physik auszuarbeiten – eine bedeutende Aufgabe, die D. erst nach dem Krieg abschließen konnte.

Während des Kriegs hatte D., dank der Bemühungen von Köster und Glocker, eine UK-Stellung als eine Spitzenkraft der Luftfahrtforschung. So blieb er in Stuttgart. Durch einen Luftangriff im Juli 1944 brannten die Räume seiner Abteilung aus; glücklicherweise konnten die im Keller befindlichen wertvollen Anlagen gerettet werden. Da seine Wohnung zerstört war, fand D. mit seiner Familie ein Unterkommen im Gartenhaus in Herrenberg.

Nach dem Zusammenbruch kamen, so D. „die hochgestimmten Zeiten des Kairos der Jahre nach 1945“ (UA Stuttgart, SN 33/62), die Wiederbelebung der Lehre und Forschung in Stuttgart. Die TH wurde bereits ab Sommersemester 1946 wiedereröffnet. Drei Jahre lang arbeitete D. mit voller Hingabe unter dem ersten Nachkriegsrektor und seinem früheren ersten Lehrer Grammel als Dekan der Fakultät für Natur- und Geistwissenschaften. „Jeder Beteiligte war dabei von der inneren Notwendigkeit durchdrungen, für möglichst viele junge Leute eine Stätte zu schaffen, an der sie ihre materielle und geistige Existenz begründen konnten“, schrieb D. (1951, Um die soziale Verantwortung). Um den Studenten mit „Notabitur“ den Anfang des Studium zu ermöglichen, hielt D. zusätzlich einen „Ergänzungskursus“ der Physik – abends zwischen 20 und 21.30h. Im Dienstzimmer, hinter einem großen Buchregal, stand ein Feldbett, auf dem D. während der Woche nächtigte. Trotz heute unglaublicher Umstände konnten 1946 Vorlesungen und Seminare und ab 1948 auch praktische Arbeiten durchgeführt werden. „Meine Tätigkeit für die Hochschule, vor allem die Mitwirkung an dem glänzenden Wiederaufbau nach 1945 bereitet mir bis heute Genugtuung“, schrieb D. 1971 (UA Stuttgart 57/2421).

Der Neubeginn 1946 gab D. die Möglichkeit, Forschung und Lehre, für ihn eine untrennbare Einheit, endlich nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Er erarbeitete seinen sechssemestrigen Kursus der Theoretischen Physik; dieser umfasste: Theoretische Mechanik I (Punktsysteme und starre Körper) und II (Kontinuumsmechanik), Elektrodynamik, Optik, Thermodynamik und statistische Mechanik sowie Quantenmechanik. Außerdem leitete er Praktika und Seminare, wie auch zusammen mit dem zurückgekehrten Regener das Physikalische Kolloquium. Dabei verband er stets die zu betrachtenden theoretischen Fragen mit Aufgaben aus der Praxis. Materialien des Nachlasses D. zeigen, wie gründlich und sorgfältig er seine Vorlesungen und Übungen vor bereitete.

D.s Anforderungen waren hoch, und es war nicht leicht, eine Prüfung bei ihm zu bestehen. So wurden aber die zukünftigen Ingenieure auf eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit vorbereitet.

D. verstand es, besonders begabte Studenten sehr früh zu erkennen und zu geeigneter Forschungsarbeit heranzuziehen, wobei er ihnen bei Diplom- und Doktorarbeiten viel Freiheit ließ. Für sie war D. „weit mehr als akademischer Lehrer der Physik…, er war ein hochgebildeter, vielbelesener und vielseitig interessierter väterlicher Freund“, so sein Schüler Prof. Dr. Alfred Seeger (1927-2015) (UA Stuttgart 57/2421). Viele von D.s Schüler wurden selbst Professoren oder führende Köpfe in der Industrie.

Bereits 1950 erhielt D. eine Einladung aus dem Carnegy Institut in Pittsburg, USA, mit einem Vortrag vor dem Kongress über Plastizität der Metalle teilzunehmen. Er blieb dort der einzige Vertreter Deutschlands. Diese erfolgreiche Vortrags- und Studienreise wurde auch von Trauer gekennzeichnet: Während D.s Aufenthalt in den USA starb seine Frau an einem Schlaganfall.

Die Forschungsthemen, dank der Mitarbeit von Schülern, waren sehr vielseitig. Das Hauptinteresse D.s blieb jedoch die Erforschung des Einflusses von Kristallbaufehlern und von Vorgängen im festen Zustand hinsichtlich der Eigenschaften von Metallen. Schon in den 1920er Jahren war es gelungen, D. war unter den Pionieren, „die fast platonische Lehre von den idealen Kristallen durch das Studium der Gitterfehler aller Art als Träger der Kristalleigenschaften zu ergänzen“ (D. 1969 in: UA Stuttgart SA2/1684). 1955 fasste er die jahrzehntelange Arbeit vieler Forscher weltweit und seines eigenen Instituts im Buch „Theoretische Metallkunde“ zusammen, das zum Standardwerk wurde. D. bemühte sich, erklärte er, „die physikalische Melodie samt ihrem empirischen Kontrapunkt nicht durch eine zu dicke Instrumentierung mit Formeln zu verdecken“. (1955, Theoretische Metallkunde, III). Aufgrund der Betrachtung des empirischen Materials „wird eine theoretische Metallkunde stets wirklichkeitsnäher bleiben dürfen als die allgemeine theoretische Physik“ (ebd.). Das Werk wurde in den USA und in Russland übersetzt und erschien 1968 in der zweiten, grundsätzlich neuen Auflage. „Seit 1955 … hat die Metallwissenschaft den Rang und das Bewusstsein einer eigenständigen Disziplin … gewonnen“, schrieb D. im Vorwort (Theoretische Metallkunde, 2. Aufl., S. III). Die Metallforschung „muss unter ständiger Besinnung auf die Methodik experimentelle und theoretische Ideen verknüpfen“ (ebd.).

Zu D.s literarischer Arbeit dieser Zeit gehören auch über 30 kurze Artikel über physikalische und chemische Grundlagen der Werkstoffprüfung, die er für die neue, 4. Auflage des bekannte Luegers „Lexikon der Technik“ verfasste (1961).

Im August 1957 erhielt D. einen ehrenvollen Ruf auf den Lehrstuhl für angewandte Physik der TH Karlsruhe, wo er nicht nur ein höheres Gehalt, sondern sehr viel bessere und umfassendere Arbeitsmöglichkeiten erhalten hätte. Bei den Verhandlungen über den Verbleib verlangte D. für sich nahezu nichts, beharrte aber auf der Gründung eines neuen Lehrstuhls in Stuttgart, des ersten deutschen Lehrstuhls für Festkörperphysik. Die weitere Entwicklung bestätigte, wie viel Voraussicht D. gezeigt hatte.

Nach seiner Emeritierung blieb D. noch einige Jahre mit der TH, (ab 1967 Universität), eng verbunden. Er starb wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag.

Von D. stammen etwa 200 Publikationen, darunter zwei bedeutende Monographien und mehrere wichtige Beiträge zu Sammelwerken. Für sein Lebenswerk, seine einmalige Forschungs- und Lehrtätigkeit, die in untrennbarer Einheit verbunden waren, sind einige besondere Grundzüge charakteristisch.

D. besaß eine ausgeprägte Fähigkeit zu allgemeinen Gesichtspunkten und Fragestellungen, die auch über die Grenzen der Physik hinaus gingen. So hat D. bereits 1935 die Idee ausgesprochen, dass für die innere Struktur von Genen ein periodischer Aufbau anzunehmen sei, wie er von Kristallen bereits bekannt ist. (Diesem Gedanken widmete er auch mehrere weitere Publikationen). Auch viele seiner Vorträge und besonders Reden zeigen dasselbe Streben zum Allgemeinen. Nicht umsonst organisierte und führte er in der TH Ende 1940er- Anfang 1950er ein „Philosophisches Kolloquium über Grundlagen der Naturwissenschaften“.

D. sah in der Gesellschaft die Tendenz verbreitet, „den frommen Wunsch an die Stelle der Wirklichkeit zu setzen“ (1948, Praktische Vernunft…, 1). Er widerstrebte dieser Tendenz, wo er nur konnte, indem er sich um die Erklärung des Wesens der naturwissenschaftlichen Forschung, insbesondere in der Physik stets kümmerte.

D.s Bestreben zum Allgemeinen bestimmte seine seltene Fähigkeit, Probleme nicht isoliert, sondern in Zusammenhängen zu sehen und zu behandeln. Deswegen vermied er – im Gegensatz zu vielen Theoretikern – „die Rechnungen, in welchen ein einziger Einfluss mit großer Genauigkeit erfasst, aber andere starke Einflusse vollständig beiseite gelassen wurden“ (1939, Chemische Physik…, V). Dagegen entwickelte D. stets enge Verbindungen zwischen Theorie und Experiment, zwischen Wissenschaft und Praxis, um der Wirklichkeit möglichst nah zu kommen.

Diese Einstellungen entsprachen D.s Philosophie von wissenschaftlicher Arbeit. Er unterschied die „Rückwärtsphysik“, die der Sicherung des schon geschaffenen Systems und seiner Einzelheiten dient, und die „Vorwärtsphysik“, die neue Einsichten sucht, „wobei die persönliche Intuition des einzelnen Forschers unersetzlich ist“ (UA Stuttgart SA2/1684). Eben diese „Vorwärtsphysik“ bedeutete für D. eine „wirkliche Forschung“, „Forschung als Abenteuer“ (UA Stuttgart NS 33/62). Diese beginnt mit „abenteuerlichem und neuartigem Denken, exakten Phantasien, die allem Gewohnten zu widersprechen scheinen…Das eigentliche Abenteuer der Forschung besteht nun aber darin, diese phantastischen Träume in der Realität des Experiments wieder zu finden und auszubauen“ (ebd.).

Diese Gedanken fanden ihre Krönung in dem glänzenden Vorlesungskurs für Anfänger aller Fakultäten unter dem Titel „Bildung durch Physik“, wo „Denk- und Schlussweise der Physiker“ besprochen wird (UA Stuttgart SN 33/17). Diese Vorlesung, die D. schon als Emeritus ab WS 1970/71 mehrere Wintersemester lang hielt, fand große Beachtung.

Auch hohe ethische Standards kennzeichneten die Tätigkeit und Persönlichkeit D.s. Er war überzeugt, „dass jeder, der an leitender Stelle steht, sich bewusst sein muss, dass auch seine einzelnen Handlungen gute oder böse Folgen für die Gemeinschaft haben werden, die er vorausberechnen kann und muss“ (1951, Um die soziale Verantwortung). Dass diese Einstellung kein Lippenbekenntnis war, bestätigte D. mit seiner Ablehnung des Rufs nach Karlsruhe.

Der menschlich und fachlich hervorragender Hochschullehrer und Forscher, bleibt D. in der Geschichte der Naturwissenschaft als Wegbereiter und Mitbegründer der modernen Metallphysik.

Q UA Stuttgart: SN 33/1- SN 33/63, Nachlass D.; 57/2421, Personalakte D.; BundesA Berlin R4901/13624 (Photokopie im UA Stuttgart), Berufungen auf die TH Stuttgart; Auskunft aus dem StadtA Ravensburg vom 6.12.2017.

W (mit R. Glocker) Die Kristallstruktur des Calciumcarbides, in: Zs. für Kristallographie 64, 1926, 296-302; (mit R. Glocker u. E. Kaupp) Über den röntgenographischen Nachweis d. seltenen Erde Z = 61, in Naturwissenschaften 14, 1926, 772f.; (mit R. Glocker) Über den atomaren Aufbau d. Antimonoxyde, in: Zs. für anorganische u. allgemeine Chemie 165, 1927, 41-45; Über die Raumgruppe von (CN2H2)2 u. die Kristallstruktur von CaCN2, in: Zs für Kristallographie 65, 1927, 287-290; Über die Verbreitung d. Debyelinien bei kaltbearbeiteten Metallen, ebd., 615-631; Ein röntgenographischer Effekt beim Dauerbruch, in: Naturwissenschaften 17, 1929, 545; Zur Theorie d. Rekristallisation reiner Metalle, in: Ann. d. Physik 5. Folge, 2, 1929, 749-793; Über den Einbau von Gasatomen in Kristallgitter, in: Zs. für Physikalische Chemie B, 6, 1929, 127-134; Atomistische Grundlagen d. Rekristallisation, in: Zs. für Metallkunde 22, 1930, 221-223; Über den Aufbau d. Metalle, in: Metallwirtschaft 9, 1930, 589-592; Röntgenographische Untersuchungen am System Cd-Mg, in: Zs. für anorganische u. allgemeine Chemie 194, 1930, 223-238; Röntgenforschung in d. Metallkunde, in: Ergebnisse d. exakten Naturwissenschaften 10, 1931, 325-386; Über Umwandlungen von festen Metallphasen. II. Die Allotropie d. reinen Metalle, in: Zs. für Physik 68, 1931, 535-542; III. Kinetik auf atomistischer Grundlage, ebd., 74, 1932, 267-290; (mit R. Glocker) Über die Existenz von Resistenzgrenzen bei Mischkristallen mit ungeordneter Atomverteilung, in: Ann. d. Physik 5. Folge, 16, 1933, 100-110; Über die Elektronenkonfiguration in metallischen Phasen, in: Zs. für physikalische Chemie B, 22, 1933, 45-59; Stetiger Übergang u. kritischer Punkt zwischen zwei festen Phasen, ebd. 26, 1934, 343-352; Die Chemie d. metallischen Stoffe im Verhältnis zur klassischen Chemie, in: Angewandte Chemie 47, 1934, 621.634; Zur Morphologie d. Chromosomen, in: Naturwissenschaften 23, 1935, 558; Über die Existenz einer Umwandlung von genau Zweiter Ordnung, in: Zs. für physikalische Chemie B, 28, 1935, 112-118; Die Chemie d. intermetallischen Verbindungen u. Mischkristalle, ebd. 24, 1936, 391-395; Eine thermodynamische Erweiterung d. Diffusionsgleichung, in: Zs. für Physik 102, 1936, 633-640; Die technische Anwendung d. Strahlen, in: H. Woltereck (Hg.) Die Welt d. Strahlen, 1937, 240-285; Zur atomistischen Erklärung d. Supraleitung, in: Naturwissenschaften 26, 1938, 593f.; Chemische Physik d. Metalle u. Legierungen, 1939; (mit K. Sommermeyer) Beiträge zur Diskussion eines Gen-Models, in: Physikalische Zs. 40, 1939, 67-70; Gibt es eine wahre Kriechsgrenze?, in Zs. für Metallkunde 31, 1939, 187-191; Zur Entwicklung d. Metallkunde in Deutschland. Gustav Tammann zum Gedächtnis, in: Angewandte Chemie 52, 1939, 229-231;

Über die Physik d. Stahlhärtung, in: Zs. für den physikalischen u. chemischen Unterricht 52, 1939, 129-133: Zur Entstehung des Widmannstättenschen Gefüges in Eisen-Nickel-Meteoriten, in: Zs. für Metallkunde 32, 1940, 196-198; Dauerstandfestigkeit u. ihr Zusammenhang mit d. wahren Kriechsgrenze, ebd., 199f.; Die metallische Bindung als Nebenvalenzbindung, in: Zs. für Elektrochemie 46, 1940, 402f.: Intermetallische Phasen mit teilweise heteropolarer Bindung, ebd., 627-634; (mit E. Wertz) Keimbildung in wäßriger Lösung, in: Annalen d. Physik 5. Folge, 39, 1941, 226-240; Die Vorgänge beim Härten des Stahls, in: Umschau 45, 1941, 241-243;

Zur Begründung einer Rekristallisationstheorie, in: Zs. für Metallkunde 33, 1941, 16-20; (mit A. Kochendörfer, H. Held u. E. Lörcher) Die Ausbildung d. Spannungen bei d. Biegung von Ein- u. Vielkristallen, ebd., 233-235; Plastische Eigenschaften d. Werkstoffe, in: Metallwissenschaft 20, 1941, 159-162; Gleichgewicht u. Keimbildung beim Schmelzen u. Erstarren, in: Physikalische Zs. 42, 1941, 197-203; (mit E. Wertz) Biologische Grundfragen in physikalischer Betrachtung, in: Naturwissenschaften 30, 1942-250-253; Die verfestigende Wirkung d. verborgen elastischen Spannungen, in: Zs. für Metallkunde 34, 1942, 197-199; Das Fließen d. Metalle in physikalischer Betrachtung, in: Forschungen u. Fortschritte 18, 1942, 273f.; Die Spannungen beim Fließen vielkristalliner Werkstoffe, in: Zs. für technische Physik 5, 1942, 140.143; Das Fließen d. Metalle, in: Berichte d. Naturforschenden Ges. zu Freiburg 37, 1942, 184-186;

(mit H. Nowotny) Zur Heteropolarität d. Hume-Rothery-Phasen, in: Zs. für Metallkunde 35, 1943, 151f.; Die Fließbedingung bei mehrachsigem Spannungszustand vielkristalliner Metalle, ebd., 182-184; (mit A. Kochendörfer) Das Fließen d. vielkristallinen Metalle, in: Zs. für Elektrochemie 49, 1943, 228-233; Probleme u. Ergebnisse d. Legierungschemie, in: Physikalische Blätter 3, 1947, 565-570; Praktische Vernunft in d. Physik, ebd. 4, 1948, 1-4; Chemische Physik d. Legierungen, in: Naturforschung u. Medizin in Deutschland 1939-1946, Bd. 31: Allgemeine Metallkunde, 1948, 1-6; Grundbegriffe d. Physik, 1949; Richard Glocker zum 60. Geburtstag, in: Zs. für Metallkunde 41, 1950, 285; Vorgänge in übersättigten Mischkristallen, in: Zs. für Naturforschung 6a, 1951, 718-721; Um die soziale Verantwortung!, in: Allgemeine Zeitung (Stuttgart), 12.12.1951 (UA Stuttgart, AA 98); Zur Systematik d. Legierungsstrukturen im Zusammenhang mit d. Bildungswärme, in: Zs. für Metallkunde 43, 1952, 109-111; (mit H. Knapp) Thermodynamik d. Kaltaushärtung, ebd., 223-227; Vergleich zwischen röntgenographisch u. ferromagnetisch bestimmten inneren Spannungen, ebd. 44, 1953, 136-138; Die physikalischen Vorgänge bei d. Wechselbeanspruchung, ebd., 240-242; Entropie d. Elektronen in Metallgittern, in: Zs. f. Naturforschung 8a, 1953, 67-69; (mit H. Knapp) Zur Energetik d. Aushärtungszustände des Cu-Al, in: Applied Scientific Research, Section A, 4, 1954, 231-236; (mit E. Fues) Das Institut für Theoretische u. Angewandte Physik, in: Die TH Stuttgart: Bericht zum 125jährigen Bestehen, 1954, 39-41; Theoretische Metallkunde, 1955; amerikanische Übersetzung 1958, russische 1960; 21968; Richard Glocker 65 Jahre, in: Physikalische Blätter 11, 1955, 414; Entwicklung d. theoretischen Kernphysik, in: Stuttgarter Zeitung 25.08.1956 (UA Stuttgart AA 281); Erich Regener zum Gedenken, in: TH Stuttgart Reden u. Ausätze 21, 1956, 39-44; (mit H. Franz) Zur Thermodynamik d. Ausscheidungsvorgänge, in: Zs. für Metallkunde 48, 1957, 176-180; Mechanismen d. Keimbildung in Kristallen, in: Zs. für Physik 149, 1957, 647-654; Zur Theorie d. oberen Streckgrenze, in: Zs. für Metallkunde 49, 1958, 416-418; Die Entstehung von inneren Spannungen bei Vorgängen in Metallen, ebd. 50, 1959, 126-130; Die Entstehung von Versetzungen u. Spannungen bei Vorgängen in Kristallen, in: Fortschritte d. Mineralogie 38, 1960, 31-39; Präformierte Keime bei Umwandlungen u. Ausscheidungen, in: Zs. für Metallkunde 51, 1960, 353-356; (mit E. Kröner) Der elastische Dipol, ebd., 457-461; Zur Theorie d. Rekristallisation, ebd. 52, 1961, 44-47; Aushärtung, in: Lueger, Lexikon d. Technik, 4. Auflage, Bd.3, 1961, 40; Ausscheidung, ebd.; Eigenspannungen, ebd., 170; Erholung, ebd., 193f.; Eutektikum, ebd., 194; Ferroelektrikum, ebd., 223; Festigkeit, ebd., 224; Fließfigur, ebd., 237; Gefüge, ebd., 249; Gitterbaufehler, ebd., 256; Halbleiter, ebd., 287; Isolator, ebd. 321; Keim, ebd., 341; Kristall, ebd., 384f.; Legierung, ebd., 421; Metall, ebd., 447f.; Oberfläche, ebd., 481; Peritektikum, ebd., 512; Rekristallisation, ebd. 557; Relaxation, ebd.; Schubspannung, kritische, ebd., 610; Seigerung, ebd., 628f.; Spannung, ebd., 648f; Struktur, ebd., 683; Strukturempfindliche Eigenschaften, ebd., 683f.; Textur, ebd., 699; Übergangsmetall, ebd., 717; Umwandlung, ebd., 722; Verformung, ebd., 732; Versetzung, ebd., 742; Zustand, ebd., 801; Zustandsdiagramm, thermisches, ebd.; Zwilling, ebd., 802; Forschungen über Plastizität, Strahlenbeschädigung u. Gitterbaufehler in den Kaiser-Wilhelm- u. Max-Planck-Instituten, in: Naturwissenschaften 48, 1961, 633-636; Metallphysikalische Grundlagen von Ausscheidungsvorgängen in Legierungen, in: Ausscheidungsvorgänge in Legierungen, 1964, 11-21; Zur Thermodynamik d. Martensitbildung, in: Zs. für Metallkunde 56, 1965, 346-348; Gitterbaufehler u, technische Festigkeit, in: Umschau 68, 1968, 432-437; Warum wird Stahl beim Abschrecken hart?, ebd. 70, 1970, 104-108; Die Grenze Metall-Halbleiter im festen u. flüssigen Zustand, in Zs. für Metallkunde 61, 1970, 615f..

L Poggendorffs Biographisch-literarisches Handwörterbuch VI, Teil 1, 1936, 540; VIIa, Teil 1, 1956, 390f.; VIII, Teil 2, 2002, 808-811; Alfred Seeger, U. D. 60 Jahre, in: Physikalische Blätter 17, 1961, 330; Alfred Seeger, U. D. +, in: Berichte u. Mitteilungen d. Max-Planck-Ges. 1982, H. 2, 15-17 (B); Alfred Seeger, Sogar theoretische Physik kann praktisch sein! – U. D., in: Die Universität Stuttgart nach 1945, 2004, 306-313 (B);

B Foto 1940 UA Stuttgart, Bildersammlung, U. D.; weitere Fotos 1971 u. 1980, ebd. Vgl. L

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