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Haber, Heinz (1913-1990), Physiker, Astronom, wissenschaftlicher Püblizist

Category: Kurzbiografien Published: Tuesday, 06 March 2018 Written by Alexander

Haber, Heinz, Physiker, Astronom, wissenschaftlicher Publizist

*15.05.1913 Mannheim. Kath., ab 1939 ev. +13.02.1990 Hamburg

V Karl H. (1881.-1931) Bankbeamter, zuletzt Direktor (Vorstandsmitglied) d. Süddeutschen Zucker-AG (heute Südzucker AG)

M Maria, geb. Saar (1885-1983)

G 3: Else (1907-1989); Fritz (1912-1998), Luftfahrtingenieur; Franz (1922-1961), Dr., Industriechemiker.

1: 15.02.1940, Mannheim, Anneliese Hündle (1920-2011);

2: 31.12.1960, Death Valley, Kalifornien, Irmgard Koch (*1927).

K 3: Kai (*1943), Radiologieprofessor in den USA; Cathleen (*1945), Lehrerin; Marc-Philip (*1969), Informatiker.

               1919-1932                  Schulbildung in Mannheim: 1919-1922 Volksschule, 1922-1932 Karl-Friedrich-Gymnasium. Abitur im März 1932

          1932 – 1939                Studium Physik und Astronomie an den Universitäten Leipzig (SS 1932, WS 1932/33), Heidelberg (SS 1933, SS1934-WS 1935/36) u. Berlin (WS 1933/34, SS 1936-SS1939). Während WS 1934/35 u. SS 1935 beurlaubt für Wehrausbildung (Fliegerschule in Tübingen)

         1939 XII 15                 Promotion zum Dr. rer. nat. an d. Univ. Berlin mit d. im Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik unter Anleitung von Hermann Schüler (1894-1964); Doktorarbeit „Über den Energieaustausch zwischen Translation u. Rotation durch Stöße“

         1939 IX – 1942 VII      Kriegsdienst als Flugzeugnavigator an den Feldzügen in Polen, Frankreich u. Russland. EK II. u. I. Kl. (1939 u. 1940). Entlassung aus dem Militär nach Kopfverwundung

         1942 VIII – 1945 III     Mitarbeiter, ab Februar 1943 Abteilungsleiter für Spektroskopie im Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Chemie u. Elektrochemie, Berlin

          1944 XII                      Habilitation für das Fach Astronomie an d. Univ. Berlin mit d. Schrift „Das Torusgitter“. Lehrprobe zur Ernennung zum Dozent 15. Jan. 1945: „Über die Häufigkeit d. chemischen Elemente in den Sternen“. Lehrerlaubnis für Astronomie im März 1945.

         1945 VII – 1946 XII     Lehrbeauftragter für Astronomie an d. Univ. Heidelberg; ab Herbst 1945 auch Assistent bei dem luftfahrtmedizinischen Zentrum (Aero-Medical Center d. US Armee), Heidelberg, unter Hubertus Strughold (1898-1986)

          1947 I – 1952 IV?       Research scientist, zuletzt Assistant Professor of Astrophysics an d. US Air Force School of Aviation Medicine, Randolf Field, Texas

              1948 – 1950                Gründung, zusammen mit H. Strughold, d. Raumfahrtmedizin, konstituiert als „Department of Space Medicine“ im Februar 1949

          1952 V – 1955            Associate Physicist at The Institute of Transportation and Traffic Engineering, University of California, Los Angeles

          1955 X                          Einbürgerung in den USA

          1955 – 1958                Wissenschaftlicher Konsultant bei der Walt Disney Corporation

          1959 – 1990                Freiarbeitender Filmproduzent für verschiedene Fernsehfirmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

          1964 – 1990                Gründung und Herausgabe der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“

Ehrungen: Preis d. Thomas Alva Edison Foundation (1962); Adolf-Grimme-Preis (Fernsehpreis) mit Bronze (1965); Die Goldene Kamera (Film- u. Fernsehpreis d. Funke Mediengruppe) (1965); Besondere Ehrung beim Adolf-Grimme-Preis (1967); Bloomaulorden d. Stadt Mannheim (1972). Postum: H. H.-Straße in Mannheim-Lindenhof.(2007).

Kinder- und Jugendjahre

H.s Vater, Karl H., Sohn eines Schuhmachers, erhielt eine kaufmännische Ausbildung und war erfolgreich, zunächst als Bankbeamter, und mit der Gründung 1926 der Süddeutschen Zucker-AG, als einer deren Leiter. H. wurde als drittes Kind in Mannheim-Lindenhof geboren. Nach dem Besuch einer Volksschule in Lindenhof wechselte er in die älteste Lehranstalt Mannheims, das humanistische Karl-Friedrich-Gymnasium. 1923 zog die Familie in ein eigenes Haus (heute Bassermannstr. 55). Im nächsten Jahr begann man in der Nähe das Mannheimer Planetarium zu errichten. Dieses weltweit erste kommunale „Sterntheater“ wurde 1927 eröffnet. Kein Wunder, dass bei H. schon als Gymnasiast großes Interesse für Astronomie geweckt wurde. Er besuchte oft Veranstaltungen des Planetariums, lernte den ersten wissenschaftlichen Direktor des Planetariums, Professor Dr. Karl Feurstein (1887-1964), kennen und genoss dessen Unterstützung. Mit 17 Jahren durfte er selbst seinen ersten öffentlichen Vortrag im Planetarium halten. Im Gymnasium galt H. als mittelmäßiger Schüler, weil seine sehr gute Noten in Deutsch, Mathematik und Physik durch nur „hinlängliche“ oder gar „ungenügende“ Noten in den alten Sprachen überschattet wurden. Sein Reifezeugnis erhielt H. im März 1932 und ab Sommersemester 1932 begann er sein Studium.

Studium und Promotion

Die Studienjahre H.s spiegeln sein aktives, dynamisches Wesen wider. Zwei Semester lang besuchte er Vorlesungen und Übungen in Physik und Astronomie in Leipzig, dann setzte er sein Studium in Heidelberg fort, das Wintersemester 1933/1934 verbrachte er aber im Astrophysikalischen Observatorium in Potsdam, wo er als Student der Berliner Universität an spektroskopischen Forschungen teilnahm. Dann kehrte er nach Heidelberg zurück. Außer Physik belegte er hier auch Chemie.

Während seines Studiums in Heidelberg ließ H. sich beurlauben, um seine Militärpflicht zu leisten und gleichzeitig seine Leidenschaft zu Luftfahrt zu befriedigen: Wintersemester 1934/35 und Sommersemester 1935 verbrachte er bei der Reichsluftwaffe in Tübingen, wo er zwei Folgen von Übungen in der Fliegerschule durchmachte. Diese Übungen schloss er mit dem Dienstrang Leutnant d. R. ab. 1936 nahm H. sein Studium in der Physik und Astronomie wieder auf, diesmal endgültig in Berlin. Außerdem arbeitete er acht Monate lang im Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie, wo er sich an physikalisch-chemischen Forschungen beteiligte, im September 1937 wechselte er aber in das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik zum Professor Hermann Schüler (1894-1964). Unter dessen Anleitung beteiligte er sich an Forschungen in der Atomphysik mittels bandenspektroskopischer Methoden und fertigte 1939 seine Doktorarbeit an, die im Juli vorgelegt wurde. Aber wegen des Kriegsausbruchs wurde der Leutnant der Reserve H. sofort einberufen und seine Promotion musste verschoben werden. Sie fand erst im Dezember statt – als ein Eilverfahren, weil H. nur einen kurzen Urlaub aus dem Feldzug in Polen erhielt. Seine Dissertation, sowie seine Antworten beim Rigorosum in der Physik und Astronomie wurden mit „sehr gut“ bewertet.

Kriegsjahre. Habilitation.

Seit Anfang des Kriegs diente H. als Beobachter einer Aufklärungsfliegerstaffel, zunächst in Polen, 1940 in Frankreich und 1941 in Russland. Er wurde zweimal verwundet und im Juli 1942 als nicht mehr tauglich aus dem Militärdienst im Rang Hauptmann d. R. entlassen. So kehrte H. nach Berlin zurück und fand eine Stelle am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie unter Leitung von Peter Thiessen (1899-1990). Sein Arbeitsgebiet blieb Spektroskopie. Hier beschäftigte er sich mit der Optimierung von Beugungsgittern, um eine bessere spektrale Zerlegung des Lichts kosmischer Quellen zu erreichen. Insbesondere erfand er eine neue Konstruktion des konkaven Gitters (Torusgitter) und erarbeitete die Theorie dieses Gitters. Diese Theorie legte er im September 1944 als Habilitationsschrift der Universität Berlin vor. Der erste Gutachter, Direktor des Astrophysikalischen Laboratoriums in Potsdam, Hans Kienle (s. dort), bewertete die Arbeit als „wertvolle Erweiterung der Theorie des Konkavgitters“ (UA Berlin, MNF01:025). Der zweite Gutachter, der Berliner Astronomieprofessor Paul Guthnik (1879-1947), schloss sich voll der Beurteilung Kienles an. Auch der dritte Gutachter, Thiessen, meinte, die Untersuchung H.s ist „sehr zu begrüßen, da sie Kenntnisse über Wesen und Leistungsfähigkeit von Konkav-Gittern erheblich erweitert“ (ebd.).

Die entsprechende „wissenschaftliche Ansprache“ am 6. Dezember 1944, an der außer dem Dekan noch fünf Professoren sich beteiligten, ergab, „dass der Habilitand die Prüfung bestanden habe“ (ebd.).

Nach den damaligen Regeln brauchte es für den Erhalt einer Dozentur ein weiteres Verfahren, insbesondere eine „öffentliche Lehrprobe“. Diese fand am 15. Januar 1945 statt; das Thema lautete „Über die Häufigkeit der chemischen Elemente in den Sternen“. Wie der Dekan dem Ministerium mitteilte, war der Vortrag, „mit überlegener Stoff- und Sprachbeherrschung“ und dem „vorbildlichen“ logischen Aufbau, „eine vollständige Musterleistung“ (UA Berlin, UK H 013).

Die Ernennung H. zum Dozenten folgte am 12. März 1945 und erreicht ihn Anfang April. Es war aber zu spät. Vor dem Sturm auf Berlin konnte H. mit dem letzten Zug samt Frau und Kind nach Heidelberg gelangen – in die amerikanische Besatzungszone.

Heidelberg 1945-1946: Hinwendung zu physikalischen Problemen der Luftfahrtmedizin

Da H. politisch nicht belastet war, durfte er zu der Wiedereröffnung der Universität einen Lehrauftrag im Fach Astronomie bekommen, nämlich „Physik der Sonne“. Seine Vorlesung, eine Stunde pro Woche, las er im Wintersemester 1945/46 und Sommersemester 1946.

Den Lebensunterhalt für seine nun vierköpfige Familie verdiente H. nicht als Dozent, sondern als Assistent beim „US Army Aero-Medical Center“, das in Räumen des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Medizinische Forschung in Heidelberg eingerichtet und von deutschen Seite durch den Physiologen Professor Dr. Hubertus Strughold geleitet wurde. Ende 1946 ging Strughold mit dem großen Teil seiner Mitarbeiter in die USA. Dies fand in Rahmen der „Operation Paperclip“ statt, die auf Rekrutierung deutscher Wissenschaftler und Ingenieure für die amerikanischen Streitkräfte gerichtet war. Im Januar 1947 kam auch H. nach New York, von wo man ihn weiter nach Texas, San Antonio, in die Randolf Air Force Base brachte. Bald folgte ihm seine Familie nach. Da H. bereits als Student über ein Studiensemester in den USA geträumt hatte, ist es zu vermuten, dass er gerne in die USA ging. Nun sollte er mehrere Jahre als Forscher mit Strughold an der US Air Force School of Aviation Medicine (Hochschule für Luftfahrtmedizin) in Randolf Field arbeiten.

 Arbeit in den USA. Gründung der Raumfahrtmedizin

Bald gelang es H., durch die US-Behörden seinen älteren Bruder Fritz für seine Hochschule für Luftfahrtmedizin zu gewinnen. Fritz H. kam nach Randolf Field Ende 1949. Die Zusammenarbeit der Brüder mündete in einen grundlegenden Artikel, wo die Verfasser denkbare Möglichkeiten, den Zustand der Schwerelosigkeit für medizinische Forschung zu erzeugen, diskutierten und ein Verfahren, den sog. „Parabelflug“ fanden, der die Schwerelosigkeit für mehrere Dutzend Sekunden zu erreichen ermöglichte. Im Mai 1950 in Chicago wurde dieses Ergebnis bei der Jahrestagung der amerikanischen Aeromedizinischen Assoziation vorgestellt. Seitdem entwickelte sich das Verfahren zur Standardmethode für Schwerelosigkeits-Untersuchungen. In diese Zeit fällt auch die persönliche Bekanntschaft mit dem Raketeningenieur Wernher von Braun (1912-1977), der damals in Fort Bliss, El Paso, Texas, für die US-Armee arbeitete. Die Brüder H. besuchten ihn dort. Alle drei waren „bereits als Teenager von dem Traum des Raumfluges“ begeistert gewesen (1977, Nachruf …, 4). Nun besprachen sie technische Probleme der Raumfahrt. Nicht umsonst zählten die Amerikanern H., so das Zeugnis von R. Jungk, zu den „verrückten Deutschen“ die sich einbilden, „dass wir bald zum Mond fliegen werden“ (Jungk, 1978, Begeisternde Wissenschaft).

Im Herbst 1951 wirkte H. aktiv mit bei der Durchführung eines Symposiums über Physik und Medizin der höheren Atmosphäre in San Antonio. Er hielt dort zwei Vorträge und war auch Mitherausgeber der Materialien des Symposiums.

Im Frühjahr 1952 endete der Vertrag mit der US Air Force. H. wechselte nach Los Angeles, wo er eine Stelle am Institut für Transport und Verkehr (Institute of Transportation and Traffic Engineering) der Kalifornien Universität erhielt. Auch hier arbeitete er erfolgreich, aber seine Interessen lagen nach wie vor auf dem Gebiet der Weltraumfahrt. H. besuchte weiterhin Tagungen der Raumfahrtmedizin und organisierte selbst an der Universität „Symposium on Frontiers of Man-Controlled Flight“ im April 1953. Der Tagungsbericht erschien 1956 in deutscher Übersetzung. Damals publizierte H. auch sein erstes Buch, „Man in Space“, das auch in Deutschland unter dem Titel „Menschen, Raketen u. Planeten“ bekannt wurde. So trug H. zur Problematik der Raumfahrtmedizin nicht unbedeutend bei. Neben 18 Publikationen verfasste er auch fünf umfangreiche wissenschaftliche Berichte im Rahmen der Projekte der School of Aviation Medicine, die aber unveröffentlicht blieben.

Popularisierung der Wissenschaft. Arbeit mit Walt Disney

H. besaß eine ausgeprägte literarische Ader für die Popularisierung der Wissenschaft, was sich bereits in seiner Schulzeit gezeigt hatte. Sein erster populär-wissenschaftlicher Artikel, über die farbige Fotografie in der Astronomie, war 1944 in der Zeitschrift „Kosmos“ erschienen. In den USA begann er Themen der Raumfahrt zu popularisieren, zunächst im „Scientific American“. Im März 1952 veröffentlichte H. den Artikel „Können wir im Weltall überleben“, dem im Oktober auch die Publikation Wernher von Brauns über die Möglichkeit einer Raumfahrt folgte, in der weitverbreiteten New Yorker illustrierten Wochenschrift „Collier’s“. Diese Artikel erweckten das Interesse des berühmten Filmproduzenten Walt Disney (1901-1966). Er lud H. und von Braun zu einer Besprechung darüber, ob sie für das damals von ihm bei Los Angeles geplante „Disneyland“ und für einen entsprechenden Fernsehfilm dazu mitwirken könnten. Beide waren einverstanden. H. erkannte seine Chance. Zuerst ließ er sich für sechs Monate von der Universität beurlauben, um als Berater zu wirken, ab 1955 begann er hauptberuflich bei der Disney Corporation als wissenschaftlicher Konsultant zu arbeiten. Der erste Film „Man in Space“, an dem H. und von Braun mitarbeiteten, wurde im März 1955 im Fernsehen gesendet. Für H. war dies nur ein Anfang. Denn Disney hatte schon den Regierungsauftrag, die Bevölkerung auf friedliche Nutzung der Kernenergie vorzubereiten und musste den entsprechenden Film produzieren. Der Film „Our Friend the Atom“, wurde zum ersten Mal im Januar 1957 im Fernsehen ausgestrahlt. H. moderierte in diesem Film als „Experte für Atomphysik“. Eben für diesen Film ersann er seine scharfsinnige Veranschaulichung der Kettenreaktion mittels 200 Mausefallen (für die Uranatome) und 401 Tischtennisbällen (für die Neutronen): Auf den gespannten Mausefallen liegen je zwei Bälle. Wirft man einen zusätzlich hinein, wird zunächst eine Mausefalle ausgelöst, und ihre zwei Bälle lösen nun zwei weitere Mausefallen aus – und so verbreitet es sich lawinenartig. Dieses Modell hat er eigenhändig gebastelt und im Film demonstriert. „Das gehört zu den Klassikern des Wissenschaftsjournalismus“ (Korbmann, 1990, 3).

Bei Disney lernte H. nicht nur Filme zu machen, sondern sie auch zu produzieren, wozu naturgemäß der Umgang mit Dollars gehörte, so dass er sich entschied selbständiger Produzent zu werden. 1958 verließ H. die Disney Corporation, um Fernsehfilme über Wissenschaft für die USA und Deutschland zu produzieren.

Er resümierte: „Meine Jahre bei Walt Disney haben mir bewusst gemacht, wie unerhört wirksam das Mittel Fernsehen ist, um die Wissenschaft unter die Leute zu bringen“ (Huncke, 1988, 4).

Das Wichtigste, was Amerika H. gegeben hatte, war vielleicht das „Gefühl von Freiheit“ (Maier-Leibniz, 1978, Gemeinsame Jahre in den USA) der demokratischen Gesellschaft, der krasse Gegensatz zu seinem vorigen Leben in Deutschland. Dieses Gefühl hat er dann bei seiner Rückkehr ins Heimatland mitgenommen.

„Fernsehprofessor“ in Deutschland

Seit Beginn seines Aufenthalts in den USA pflegte H. Kontakte mit Deutschland. Bereits 1951 schickte er einen Artikel („Der Mensch im Weltraum“) für die Zeitschrift „Kosmos“, er kümmerte sich auch um die Herausgabe seiner Bücher in Deutschland. Im Oktober 1957, nach dem „Sputnik-Schock“, gab H. als „Raumfahrtexperte“ dem „SPIEGEL“. ein ausführliches Interview. 1957 und 1958 machte H. in Zusammenarbeit mit dem Norddeutschen Rundfunk in Hamburg zwei Fernsehfilme über seine amerikanische Thematik (über Disney Dokumentarfilme und über Interviews mit führenden Amerikanern). Bei einem Besuch hat H. die Mitarbeiterin des Norddeutschen Rundfunks Irmgard Koch kennengelernt, was offensichtlich seine endgültige Rückkehr nach Deutschland bestimmte oder beschleunigte. Denn Irmgard wurde bald seine Ehefrau und die engste Mitarbeiterin. (Die erste Familie H.s blieb in den USA. Er selbst behielt seine amerikanische Staatsangehörigkeit).

Zunächst etablierte sich H. im Funkhaus Hamburg. Seine Premiere im deutschen Fernsehen war die vierteilige Reihe „Der Mensch und seine Erde“, die im Sommer 1960 in der ARD gezeigt wurde. Danach folgten Serien „Forscher und Forschungsstätten“ und „Lebendiges Weltall“. Da die Naturwissenschaften im deutschsprachigen Fernsehen damals fast nicht vertreten waren, konnte H. zunächst ohne Konkurrenz arbeiten. Zum großen Erfolg wurde der sehr bekannt gewordene Fernsehfilm „Otto Hahn – 25 Jahre Kernspaltung“. Noch 1944 hatte H. den Nobelpreisträger Otto Hahn (1879-1968) kennengelernt, nun frischte er die Bekanntschaft auf und 1963 produzierte er mit Hahn diesen Film. „Wir sind sehr stolz, dass wir das Programm mit Ihnen machen konnten. Unserem Urteil nach ist es eines des besten und gewichtigsten“, schrieb H. an Hahn im März 1963 (AMPG III. Abt. Rep 14, Nr. 1345). In dieser Sendung zeigte H. auch deutschen Zuschauern mit Hilfe seines Modell, was Kettenreaktion bedeutet, und gewann damit Popularität. Die schnelle Verbreitung von Fernsehapparaten in den 1960er Jahren bedingte, dass H.s Sendungen einem rasch wachsenden Publikum bekannt wurden. So verwandelte sich H. zum „Fernsehprofessor“.

1966 kaufte H. ein Haus in Seefeld, Tirol, wo er auch Räume für Fernseharbeiten einrichten ließ. Nun wirkte er als freier Filmproduzent auch für das österreichische und schweizerische Fernsehen.

Seine Arbeit organisierte H. ganz ungewöhnlich für die damalige Zeit. Nach seinen Worten:

„Als ich im Jahre 1959 zum ersten Male die Produktion einer Reihe von wissenschaftlichen Sendungen beim Hamburger Fernsehen begann, schwebte mir als Ideal vor, den sehr fruchtbaren Teamgeist von Kalifornien nach Hamburg zu verpflanzen“ (P. Otto, 1978, Ein Team ist mehr als eine Gruppe). Tatsächlich, verstand es H. ausgezeichnet, eine effektive Teamarbeit zu organisieren und alle Mitarbeiter für die gemeinsame Sache zu begeistern.

Insgesamt produzierte H. mit seinem Team über 300 Filme in etwa 30 Serien. Jede Sendung hatte die Länge von etwa einer halben Stunde, was sich als Optimum zeigte: Ein Thema konnte sachlich und umfassend dargestellt werden, ohne dass Langeweile aufkam. Üblicherweise bestand eine Serie aus 7-13 Filmen. Besonders bekannt wurden die Reihen „Unser blaue Planet“ (1965), „Der Stoff der Schöpfung“ (1967), „Was sucht der Mensch im Weltraum“ (1968; diese 13-teilige Serie, zunächst von der ARD gesendet, wird bis heute oft wiederholt), „Der offene Himmel“ (1969), „Unser Mond“ (1969), „Brüder im All“ (1970), „Unser Wetter“ (1972), „Stirbt unser blauer Planet?“ (1973-1974), Geschichten aus der Zukunft“ (1978), „Professor Haber berichtet“ (1979-1980).

Damals kassierte H., der bereits als Medienstar galt, von 6 bis 800 000 D-Mark für eine Serie; so konnte er sich erlauben, ein großes Haus mit Produktionsräumen in Hamburg zu bauen, das die Familie 1978 bezog.

Der Redakteur der bekannten Programmzeitschrift „Hörzu“, Karlheinz Mose (1927-2016), bezeugte: „Wenn immer es uns darum geht, einen Wissenschaftler zu haben, der journalistisch denkt und kein Fach-Chinesisch schreibt, dann rufen wir nach Professor Haber“ (1978, Mose, Unser Mann für Mensch und Mond).

Literarische Tätigkeit. „Bild der Wissenschaft“

Beim Jahreswechsel 1960/61 lernte H. den Verleger der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) Eugen Kunz (1917-2006) kennen und fand in ihm eine kongeniale Persönlichkeit. Seitdem verwandelte H. jede seiner Fernsehreihen in ein mit geschickt ausgewählten Bildern illustriertes Buch, das DVA auflegte und das sich schnell zum Bestseller entwickelte.

Zum Höhepunkt dieser Zusammenarbeit wurde die Gründung und Herausgabe der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“.

Kaum beim Fernsehen etabliert, begann H. Pläne zu schmieden, für Deutschland eine Zeitschrift zu schaffen, etwa wie „Scientific American“, wo er früher publiziert hatte, um dem Publikum Wissenschaft verständlich zu vermitteln. Er konnte Eugen Kunz von seinem Projekt begeistern: H. besaß ja die Fähigkeit, „mit Überzeugungskraft, Sachverstand, aber auch mit beinahe idealistischer Begeisterung“ den Gesprächspartner anzustecken“ (Eugen Kunz, 1978, „Brennt den Elfenbeinturm nieder“). „Intensive Arbeit, harte Knochenarbeit bestimmten dann die kommenden zwei Jahre des Zusammenwirkens“ (ebd.).

Für sein Projekt verschaffte sich H. auch den Beistand des damaligen Bundesministers für wissenschaftliche Forschung, Hans Lenz (1907-1968), dessen lobender Brief an H. im ersten Heft der Zeitschrift veröffentlicht wurde.

Die Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ erschien zum ersten Mal im Januar 1964 – zunächst vierteljährlich, ab 1965 aber monatlich.

Ein ernstes anfängliches Problem war es, Autoren zu finden: Die etablierten Wissenschaftler Deutschlands – im Gegensatz zu der angelsächsischen Welt – zeigten keine Bereitschaft irgendwo außerhalb von Fachzeitschriften über ihre Arbeit zu erzählen. Die erste Ausnahme bildete Otto Hahn, der Autor des ersten Artikels im ersten Heft. Diese Situation änderte sich nur langsam. Später konnte H. seine Gespräche mit Heinz Maier-Leibniz (s. dort), mit Edward Teller (1908-2003) und Neil Armstrong (1930-2012) in „Bild der Wissenschaft“ publizieren. Vermutlich ist es mit der ständigen Jagd nach Autoren zu verbinden, dass viele Aufsätze aus Ostblockländern, besonders aus der UdSSR in der Zeitschrift erschienen, was in der Zeit des kalten Kriegs sehr auffällig war.

Allmählich gewann die Zeitschrift einen immer größeren Leserkreis, 1970 war er auf 350 000 Leser angewachsen.

Eine ungewöhnliche Werbeaktion fiel in den September 1971: H. leitete wissenschaftlich eine Reise nach Japan für Leser der Zeitschrift. Eine weitere Reise, eine Kreuzfahrt vor die Küste Westafrikas, organisierte H. im Juni 1973, um die totale Sonnenfinsternis zu beobachten.

Zum Ansehen der Zeitschrift trugen wesentlich ihre Ausstellungen bei, die H. zu veranstalten veranlasste. Z. B. wurden 1978 im Deutschen Museum in München und dann im Bonner Wissenschaftszentrum 36 großformatige Tafeln gezeigt. Unter dem Titel „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ gaben sie Überblick über den aktuellen Stand und über Entwicklungstendenzen von Wissenschaft und Technik. In demselben Jahr stellte sich „Bild der Wissenschaft“ zum ersten Mal auf der Hannover-Messe vor, mit der Ausstellung „Fotographie und Öffentliche Wissenschaft“. Im nächsten Jahr veranstaltete die Zeitschrift in Hannover die Ausstellung „Der Mensch entdeckt die Erde von oben“. Im Sommer 1979 präsentierte die Zeitschrift diese Ausstellung zum XXX. Kongress der Internationalen Astronautischen Föderation in München im Ehrensaal auf der Museumsinsel.

Seiner Redaktion ließ H. viel Freiheit. Ebenso wie bei seinem Fernsehteam pflegte er – für das damalige Deutschland ungewöhnliche – demokratische Beziehungen. Insbesondere überließ er sehr oft anderen Redaktionsmitgliedern die Vorbereitung von Editorial-Artikeln. Von H. selbst stammen über 40 Editorials, die verschiedensten Fragen gewidmet sind, z. B. die Erklärung, dass Anzeigen in der Zeitschrift notwendig sind, um sie rentabel zu halten bis hin zu globalen Problemen, wie die Übervölkerung der Erde und Gefahren von Kernwaffen. In einem seiner letzten Redaktionsartikel schrieb er: „Die Natur der Menschen ist so beschaffen, dass sein wissenschaftlicher Name „homo sapiens“ eigentlich falsch ist, er hieße besser „homo bellicosus“; so wird ein ewiger Friede wohl immer ein unerfüllter Wunsch bleiben“ (1988, Nr. 12, 3).

„Öffentliche Wissenschaft“

             Im Hintergrund aller Aktivitäten H.s lag seine Philosophie der „öffentlichen Wissenschaft“. Er sah ganz klar, dass das Bildungssystem Deutschlands mit seinem Schwerpunkt beim humanistischen Wissen der Öffentlichkeit die enormen Fortschritte der Naturwissenschaft und Technik, verschließt die besonders seit Mitte des XX. Jahrhunderts zum erstrangigen Faktor der Geschichte wurden. Deswegen wurde die Vermittlung entsprechender Kenntnissen an die Bürger dringend nötig: Eine demokratische Gesellschaft kann sich nicht normal entwickeln ohne diese Rolle der Naturwissenschaft zu verstehen. Jedoch gilt die Popularisierung der Wissenschaft als „etwas Zweitrangiges, ja geradezu etwas Abwertendes“ (1969, Populäre Wissenschaft und öffentliche Wissenschaft, 531). Ein Professor, der ein populäres Buch über sein Fach zu publizieren gewagt hätte, würde „zurückgepfiffen“ (ebd.). Um die Unterschätzung der „populären Wissenschaft“ zu vermeiden, schlug H den Begriff „Öffentliche Wissenschaft“ vor: Mit diesem Begriff befreien sich die Wissenschaftler, sowie die interessierten Laien von Vorurteilen gegen „populäre Wissenschaft“. Gleichzeitig betont der Begriff, „dass die Naturwissenschaften und die Anwendung ihrer Erkenntnisse auf unser Schicksal eine Sache der Öffentlichkeit geworden sind“ (ebd., 532).

Bereits im ersten Heft seiner Zeitschrift proklamierte H.: „Der Begriff öffentliche Wissenschaft schließt eine doppelte Verpflichtung ein: einmal die Verpflichtung der Öffentlichkeit, sich über die Wissenschaften und die Anwendung ihrer Ergebnisse zu orientieren; zum zweiten die Verpflichtung des Wissenschaftlers und Technikers, die Öffentlichkeit über seine Arbeit zu informieren und ihr über die Ergebnisse seiner Arbeit Bericht zu erstatten“ (Bild der Wissenschaft 1, 1964, Nr. 1, 6).

Später erklärte H. nochmals: „Was wir ‚Öffentliche Wissenschaft nennen, ist ein Programm…ein Gegenstand der Praxis. Ganz allgemein stellen wir uns darunter jene Bestrebungen vor, mit denen Wissenschaftler über ihre Arbeiten und Überlegungen unmittelbar und in allen Medien verständlich berichten“ (Editorial, Bild d. Wissenschaft 12, 1975, Nr. 5, 4).

Mannheim und Mannheimer Planetarium

H., der nie die Verbindung mit seiner Heimatstadt abbrach, war dort gut bekannt. 1972 feierte das Karl-Friedrich-Gymnasium sein 300-jähriges Bestehen. Als ehemaliger Schüler hielt H eine Ansprache im Festakt der Schule am 26. November in Rosengarten. Er mahnte an, „dass die Gattung homo sapiens heute dabei ist, die Erde nicht nur zu erobern, sondern sie sogar durch ihren eigenen Übererfolg zu zerstören“ (1972, Vor dem Abgrund, 215f.). Ausgang und Hoffnung seien „die Synthese zwischen Natur- und Geisteswissenschaften“ (ebd., 216) und die Erziehung der Jugend in diesem Sinn: Dann könnten „die angewandten Naturwissenschaften in einer humanen Welt der Menschheit zum Segen gereichen“ (ebd.).

Ein besonderes, leidenschaftliches Anliegen in Mannheim war H. sein Planetarium. Das alte Planetarium wurde im September 1943 durch einen Luftangriff beschädigt und konnte nach dem Krieg nicht repariert werden. Letztendlich wurde es 1953 abgerissen. H., der u.a. zu den Gründungsmitgliedern der „Gesellschaft zur Pflege und Erhaltung vun der Mannema Schbrooch“ gehörte, proklamierte dort den Spruch: „Mir wolle unser Planetarium widderhawwe“. 1975 fand in Mannheim die Bundesgartenschau statt, und H. benutzte sie, um dort eine Ausstellung über Weltraumfahrt zu organisieren, Mondgestein von der NASA zu demonstrieren (H. bekames von dem Bundespräsidenten ausgeliehen) und für den Bau eines neuen Planetariums zu werben. Da der Reinerlös der Weltraumausstellung mit 220 000 Besuchern jedoch gering war, begannen die Planetariumsfreunde einen neuen Anlauf: H. initiierte die Gründung des Vereins „Mannheimer Planetarium e. V.“, bald zum „Freundeskreis Mannheimer Planetarium e.V.“ umbenannt. Die Gründungsversammlung des Vereins unter Vorsitz von H. fand am 29. Januar 1978 statt. Diesmal hatten sie Erfolg. Am 13. Dezember beschloss der Mannheimer Stadtrat die Wiedererrichtung des Planetariums. H. stellte sich der Stadt Mannheim bei dieser Unternehmung zur Verfügung, wobei das symbolische Beratungshonorar, das er verlangte, jährlich DM 1,00 in bar, wohl nur der Werbung für das Projekt diente. Die Einweihung des neuen Planetariums fand am 2. Dezember 1984 statt.

Ein besonderes Anliegen H.s war die Unterstützung der Jugend in ihrem Interesse für Naturwissenschaft. Dazu gehört auch die folgende weniger bekannte Tatsache: Ab 1968 wirkte H. als Vorsitzender der Deutschen Jury und Mitglied der Internationalen Jury des „European Contest for Young Scientists and Inventors“, einer Veranstaltung des fairen Wettbewerbs junger Wissenschaftler und Erfinder für ganz Europa; die vom Philips-Konzern finanziert wurde. In dieser Eigenschaft unterstützte H. insbesondere junge Astronomen. Auch das Planetarium sollte diesem Ziel dienen.

1988 verließ H. seinen Posten als Vorsitzender des Vereins „Freundeskreis Mannheimer Planetarium e.V.“ 1988, als das Planetarium sich schon ganz erfolgreich zeigte.

Allgemeine Charakteristik

Unter den wissenschaftlichen Leistungen H.s sind seine Beiträge zur Raumfahrtmedizin, deren Mitbegründer er ist, von besonderer Bedeutung. Dazu gehört auch die Entwicklung des Parabelflugs zur kurzzeitigen Herstellung von Schwerelosigkeit – damit konnten die Bedingungen der Raumfahrt getestet werden.

In der Geschichte der Wissenschaft verbleibt der Name H.s vor Allem dank seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Publizist und Förderer der Wissenschaft.

Bemerkenswert, dass H. den Professorentitel ausgerechnet von Journalisten und Fernsehleuten erhielt, in Deutschland zunächst durch „SPIEGEL“ im Jahr 1957. Denn in Berlin und Heidelberg war er Dozent und in San Antonio – Assistant Professor. Anstatt ein Professor einer Universität zu werden, wurde H. der Fernsehprofessor. Das akademische Milieu in seinem Hochmut hat ihm diese „Profanation“ nie verziehen: Keine Hochschule wagte es, H. „Dr. honoris causa“ zu ernennen. H. selbst bezeichnete sich in Deutschland als Professor, weil er dies als verdient empfand. „Ich bin ein Privatgelehrter. Ich habe mit niemandem einen Igel zu kämmen“ (Editorial, Bild d. Wissenschaft 21, 1984, Nr.2, 3), charakterisierte er sich selbst.

Seinen Übergang zur „öffentlichen Wissenschaft“ hielt H. für sich optimal. Wie er einmal bemerkt hatte, „ich habe mich gerade zur richtigen Zeit aus dem rein wissenschaftlichen Bereich herauskatapultiert“ (Lessing, 2007, 204). Dies bedeutete auch eine entscheidende „Umpolung“ seiner ganzen Tätigkeit. Nach seinen eigenen Worten: „Die wissenschaftliche Information, die ich zu übermitteln für notwendig halte, ist banal. Die Form ist wesentlich. Sie erfordert eine künstlerische Betätigung. Deshalb bin ich seit mehr als zwanzig Jahren eher Künstler als Wissenschaftler“ (W. Huncke, 1983, 46).

Seit seiner Erfahrungen bei Disney dachte H. immer im Verbund: Film, Buch, Zeitschriftenartikel. Am Anfang stand aber ein Film: „Ein Film, mit Ton und Farbe, ist wohl das beste Dokumentationsmittel, das der Mensch je erfunden hat. <…> Auch die ausgefeilteste Technik eines Journalisten oder Schriftstellers kann über das geschriebene Wort allein bei weitem nicht das empfinden lassen, was die Information eines Farbfilms mit Ton über Auge und Ohr vermittelt“ (1976, Planet im Meer der Zeit, 8).

Aufgrund eines Films schrieb H. ein gut illustriertes Buch. Gleichzeitig folgten entsprechende Publikationen in seiner Zeitschrift. So basierte die journalistische Tätigkeit H.s auf drei Pfeilern: Fernsehproduktionen, thematisch dazu passende Bücher und seine Zeitschrift.

Durch seine Arbeit förderte H. indirekt auch die Entwicklung der Wissenschaft: Er erweckte Interessen bei jungen Leuten, noch Schülern, die sich dann der Wissenschaft widmeten. Und öffentliche Diskussionen über die Wege der Wissenschaft, die H. immer wieder auf den Seiten seiner Zeitschrift initiierte, veranlassten Fachleute zu neuen Fragestellungen. Im Fall des Mannheimer Planetariums zeigte H. noch einen weiteren Weg, die Wissenschaft zu fördern.

Die Stärke H.s bestand nicht nur in seiner besonderen Ausstrahlung, sondern vor Allem in seiner seltenen Fähigkeit, die komplizierten Zusammenhänge zu erkennen und sie verständlich zu erklären. Dies machte ihn zur einmaligen Figur im Wissenschaftsjournalismus.

.Q UA Heidelberg: Studentenakte H. 1933-1936; Rep 27/452 Akademische Quästur H. 1945-1946; UA Berlin: MN F01:045, Promotionsakte H; MNF01:025, Habilitationsakte H.; UK H 013, Personalakte H; A d. Max-Planck-Gesellschaft: I. Abt., Rep. 11, KWI für Chemie, Nr. 258, Personalvorgang Heinz Haber (1937); I. Abt., Rep. 36, KWI für Physikalische Chemie und Elektrochemie, Nr. 15 und 16, Gehaltstabelle bzw. Gehaltskarte H. (1944/45); III. Abt., Rep. 14, Nr. 1345, Schreiben von Heinz Haber an Otto Hahn (1963); Nachlass H. im StadtA Mannheim; Auskunft d. Verlagsgruppe Random House GmbH vom 1.03.2018; Informationen von Frau Cathleen Busch-Haber, März 2018..

W (mit H. Schüler u. H. Gollnow) Über Molekülbildungsprozesse mit u. ohne Boltzmann-Verteilung u. über Umwandlung von Translations- in Rotationsenergie, in: Zs. für Physik 111, 1939, 484-494; (mit H. Schüler u. H. Gollnow) Zur Deutung d. als „Druckeffekt“ bezeichneten Erscheinung im Spektrum des Aluminiumhydrides, ebd. 508-513; (mit H. Schüler) Neue Beiträge zum Problem d. Energieübertragung bei elementaren Stoßprozessen, ebd. 112, 614-625; Über den Energieaustausch zwischen Translation u. Rotation durch Stöße, in: Physikalische Zs. 40, 1939, 541-551; (mit Anneliese Haber) Der Farbfilm in der Astronomie, in: Kosmos 40, 1943/44, 166-168 + Beilage; Aero Medical Problems of Space Travel, in: The Journal of Aviation Medicine 20, 1949, 383-393, 402f., 409f.; A Mount for a Perot-Fabry Interferometer without Etalon Ring, in: Journal of the Optical Society of America 39, 1949, 1050f.; The Torus Grating, in: Journal of the Optical Society of America 40, 1950, 153-165; (mit H. Fleck) A Color Saturation Threshold Meter, ebd. 459-461; (mit Fritz Haber) Possible Methods of Producing the Gravity-free State for Medical Research, in: The Journal of Aviation Medicine 21, 1950, 355-400; (mit P. A. Cibis) Anisopia and Perception of Space, in: Journal of the Optical Society of America 41, 1951, 676-683; (mit S. J. Gerathewohl) Physics and Psychophysics of Weightlessness, in: The Journal of Aviation Medicine 22, 1951, 180-189;

The Human Body In Space, in: Scientific American 184, 1951, No. 1, 16-19; Flight at the Borders of Space, ebd. 186, 1952, No. 2, 20-23; Gravity, Inertia and Weight, in: Clayton S. White, Ottis O. Benson (Eds.) Physics and Medicine of the Upper Atmosphere, 1952, 123-136; Phasing and Co-ordination of Medical Research with Technical and Environmental Development, ebd. 575-581; Can We Survive in Space?, in: Collier’s March 22, 1952, p. 35, 65-67; (mit K. J. K. Buettner) The Aeropause, in: Science 115, 1952, No. 2998, 656f.; Manned Flight at the Borders of Space. The Human Factor of Manned Rocket Flight, in: Journal of the American Rocket Society 20, 1952, 269-276, 283; Der Mensch im Weltenraum, in: Kosmos, 48, 1952, 372-375; Kann der Mensch im Weltall leben?, in: Cornelius Ryan (Hg.) Station im Weltraum, 1953, 80-106 [Übersetzung d. amerikanischen Originalausgabe „Across The Space Frontier“, 1952]; (Hg. u. Mitverfasser) Möglichkeiten u. Grenzen des bemannten Fluges. Bericht einer Tagung, Los Angeles, USA, 3.April 1953, 1956 [Übersetzung d. amerikanischen Originalausgabe „Proceedings of a Symposium on Frontiers of Man-Controlled Flight, 1953];

Die mechanische Umwelt im Flugzeug von Morgen, ebd. 73-84; Man in Space, 1953; Deutsche Übersetzung: Menschen, Raketen u. Planeten, 1955; In fünf Jahren zum Mond? Ein SPIEGEL-Gespräch mit dem Raumfahrt-Mediziner Professor Dr. Heinz Haber, in: Der Spiegel 11, 1957, Nr. 42, 46-58; Our Friend the Atom, 1957, Deutsche Übersetzung: Unser Freund das Atom, 1958; Lebendiges Weltall. Menschen, Sterne u. Atome, 1959, 21967; Unser blauer Planet. Die Entwicklungsgeschichte d. Erde, 1965; Mariner-Mars, in: Bild d. Wissenschaft 2, 1965, Nr. 10, 798-807: Der Stoff der Schöpfung, 1966; Gewicht, in: Bild d. Wissenschaft 4, 1967. Nr. 9, 730-737; Der offene Himmel. Eine moderne Astronomie, 1968; Öffentliche Wissenschaft, in: Bild d. Wissenschaft 5, 1968, Nr. 9, 744-753; Der Ursprung des Mondes, ebd. 6, 1969, Nr. 8, 715-727:

Einführung zum Buch „Die Doppel-Helix“ von James D. Watson, 1969, 7-15; Brüder im All. Die Möglichkeit des Lebens auf fremden Welten, 1970, Taschenausgabe 1972; Drei Welten. Der Stoff d. Schöpfung. Unser blauer Planet. Unser Mond, 1971; (mit Irmgard Haber) Sterne erzählen ihre Geschichten, 1971; Unser Wetter. Einführung in die moderne Meteorologie, 1971, Taschenausgaben 1973, 1975, 1976; Vor dem Abgrund? Probleme d. Zukunft aus d. Sicht des Naturwissenschaftlers, in: Karl Albert Müller (Hg.) Dreihundert Jahre Karl-Friedrich-Gymnasium, 1972, 211-216; Stirbt unser blauer Planet? Die Naturgeschichte unserer übervölkerten Erde, 1973; Gefangen in Raum u. Zeit. Die Grenzen d. menschlichen Vorstellungskraft über das Wesen d. Schöpfung, 1975; Planet im Meer d. Zeit. Die Story d. modernen Erdforschung, 1976;

Die panthalassische Erde, in: Bild d. Wissenschaft 14, 1977, Nr. 6, 88-100; Nachruf auf Wernher von Braun, ebd., Nr. 8, 4f.; (mit Irmgard Haber) Geschichten aus d. Zukunft, 1978;

Eine Frage, Herr Professor: H. H. antwortet seinen Lesern u. Zuschauern. 1978; (mit Irmgard Haber) Unser Sternenhimmel: Sagen, Märchen, Deutungen, 1981; Sternatlas. Photographische Karten des ganzen Himmels, 1981; (mit W. Knapp) Phantastisches All, in: Bild d. Wissenschaft 18, 1981, Nr. 3, 40-53; Saturn, Herr d. Tausend Ringe, ebd., Nr. 11, 58-70; (mit Irmgard Haber) Wenn unser Planet zürnt, 1986; Die Zeit. Geheimnis des Lebens, 1987; Das ratlose Luftmeer, 1988; Eiskeller oder Treibhaus. Zerstören wir unser Klima, 1989; Die Sterne, 1990.

L Poggendorffs Biographisch-literarisches Handwörterbuch VIIa, Teil 2, 1958, 335f; VIII, Teil 2, 2002, 1444; DBE, 2. Aufl., 4, 2006, 309; W. Huncke, H. H. zum Geburtstag, in: Bild d. Wissenschaft 15, 1978, Nr. 6, 5; Professor H. H. wird 65, ebd., Beilage ohne Paginierung (12 Seiten mit Bildern). Inhalt: Glückwunschbrief des Bundespräsidenten Walter Scheel; Reimar Lüst, Gegen überholte Bildungsbegriffe; Hermann Barchet, One-Dollar-Job für die Öffentliche Wissenschaft; Heinz Maier-Leibnitz, Gemeinsame Jahre in den USA; Peter Otto, Ein Team ist mehr als eine Gruppe; Karlheinz Mose, Unser Mann für Mensch u. Mond; Dieter Stolte, Öffentlichkeit durch Veröffentlichung; Lydia Martin-Edingshaus, Entdeckt u. aufgestiegen; Ernst Wolf Mommsen, Ein Mann, eine Idee, ein Erfolg; Elisabeth Noelle-Neumann, Wissenschaft bedarf der Dolmetscher; Robert Jungk, Begeisternde Wissenschaft; Wolfram Huncke, Wissenschaft als Show; Eugen Kurz, „Brennt den Elfenbeinturm nieder“; Gratulationsbrief des Bundesforschungsministers Hauff; W. Huncke, „Ja, Bob u. ich…“: H. H. u. Robert Jungk werden 70, in: Bild d. Wissenschaft, 20, 1983, Nr. 5, 46f. (mit Gruppenfoto); W. Huncke, „Reißt den Elfenbeinturm nieder“; H. H. wird 75, in: Bild d. Wissenschaft 25, 1988, H. 5, 3f. (mit Bildern); R. Korbmann, Wir trauern um H. H., in: Bild d. Wissenschaft 27, 1990, H. 4, 3f.; Hans-Erhard Lessing, Mannheimer Pioniere, 2007, 197-208: H. H.: Herr d. Bildschirme (B, S. 198); Manfred Gross, H. H. – Stationen eines ungewöhnlichen Lebens. Eine biographische Skizze, in: H. Wiegend, W. Kreuz /Hg.) 200 Jahre Vereinigtes Großherzogliches Lyceum-Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim, 2008, 267-297 (mit Bildern); Manfred Gross, Sterne, Menschen u. Atome. Zum 100. Geburtstag von H. H., 2013.

B Fotos im Familienbesitz; Zahlreiche Bilder in fast allen Publikationen H.s u. in „Bild d. Wissenschaft“; Vgl. L

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